Grün ist das neue Dummdreistdogma

Na schön, das ist eine nahezu populistische Ansage, denn nicht alles grüne ist dumm, dreist oder dogmatisch. Ursprünglich war der grüne Gedanke gut und richtig, und er hat vieles in die richtige Richtung bewegt. Inzwischen ist die grüne Agenda stark deformiert – sie braucht dringend eine Korrektur in Politik, Medien und Gesellschaft (Bild: Alexas_Fotos, pixabay).

Bei der EU (bzw. EWG) war es auch mal so, dass jeder Schritt ein guter Schritt war – und dann hat sich der Gedanke verselbständigt, dass es immer nur besser wird, egal, was man tut. Naivität, Bürgerferne und Ideologisierung sorgten für immer problematischere Fortschritte, die oft zu Rückschritten wurden. Es gab immer neue Sanktionen und immer mehr Vorschriften, es gab Aktivisten, die nicht genug kriegen konnten und maßlos übertrieben, und es wurde mit zweierlei Maß gemessen. Für die Bürger gab’s demokratieferne Überreglementierung, für die Finanzwelt gab’s hochwirksame Deregulierung und unwirksame Reregulierung (siehe EU+D: Regulierungs-Asymmetrie).

Ursprünglich machte die grüne Politik auch viele gute Schritte, bei Autoabgasen, Wasserqualität, Waldsterben, Lebenserwartung, Geschlechtergleichheit. Inzwischen haben sich die Grünen aber als Partei der Bürgerfeinde profiliert. Sie waren Regierungspartner der SPD, als Hartz IV eingeführt wurde, und es gibt immer noch kein grünes Bekenntnis, dass diese neoliberale Politik falsch war. Mit grüner Zustimmung wurde die Bundeswehr nach Afghanistan gesandt, obwohl das Parteiprogramm dagegen ist. Es gibt eine Vielzahl von bürgerfeindlichen grünen Produkten. Angefangen bei fehlenden Busbuchten, fehlenden Straßen, fehlenden Stromtrassen, bis hin zu Fahrverboten für gute Autos und zur visalosen Immigration aus der halben Welt.

Vieles davon ist kein reines grünes Produkt, sondern ein grünlinkes. Naivität ist ohnehin kein grünes Alleinstellungsmerkmal, wie man am Flughafen BER sehen kann. Aber wenn’s darum geht, alles und jedes höher zu bewerten als die Bürgerinteressen, sind die Grünen Spitze. Die Interessen von kulturfernen Leuten aus der halben Welt rangieren vor denen der Einheimischen. Dasselbe gilt für die halbe Tierwelt, wenn ihre Habitate bei Bauprojekten im Wege liegen.

Grüne Ungereimtheiten

Eine kleine Aufzählung zeigt die typischen Widersprüche auf, mit denen der grüne Dogmatismus zu kämpfen hat:

  • Bunt ist schön, bloß bei Währungen nicht. Da soll’s der Euro sein oder nix.
  • Umweltbelastung ist schlecht, aber wenn die Deutschen das durch weniger Kinder erreichen, werden ihnen zwecks „Bestandserhaltung“, die sie gar nicht wollen, Zuwanderer untergejubelt (sorry für das treffende Wort).
  • Restriktionen für den Flugverkehr sind das politische Ziel. Aber bloß für die Steuerzahler, während die grünen Agendasetzer gern mal um die Welt jetten, um das Klima zu retten.
  • Sogar Affen sollen den Menschen gleichgestellt werden, mit der Begründung, man habe fast alles gemeisam. Das stimmte nicht mal für die Neandertaler. Beim modernen Menschen geht die (kulturelle) Evolution noch viel schneller voran, und die Schere öffnet sich immer weiter, weil die Affen auf ihrem Stand verharren.
  • Das Durchgendern ist ein grünes Anliegen, an dem sich die Demokratieferne zeigt. Keiner wird gefragt, das wird einfach reingedrückt, wo sich keiner wehren kann (in Ämtern und Schulen usw.).
  • Niemand will ein Mensch zweiter Klasse sein, und das gilt auch für visalose Immigranten. Bloß für ihre Frauen ist es ganz ok, wenn sie als Leibeigene gehalten werden. Bei ersterem geben die Grünen (und Linken) den Ton an, bei letzterem sind muxmäuschenstill. Während sie mit Zähnen und Klauen für selbstproklamierte Flüchtlingsrechte kämpfen, ignorieren sie gesetzlich festgeschriebene Frauenrechte mitten in Deutschland.

Allein für den letzten Punkt ist das Etikett „Dummdreistdogma“ gerechtfertigt. Dass die Grünen gerade ein Hoch erleben, hat wohl wenig mit der Immigrationspolitik zu tun. Die Grünen stehen ja für open border und Abschiebeverhinderung. Sie sind Haupttreiber für die „Bestanderhaltungsmigration“ und verhindern im Bundesrat Abschiebungen in fast alle Länder. Der Familiennachzug für Abgelehnte ist ein Grünen-Produkt. Solche Ideologie ist konträr zum Mehrheitswillen.

Auch beim Thema Klima kennen die Grünen keine Grenzen. International haben die deutschen Grünen den Ruf von Fundamentalisten (most hawkish variety), sie sind besonders militant bei der Durchsetzung ihrer „progressiven Politik“. Ein Grünen-Spruch dazu: „Wir müssen endlich die Verantwortung für globale Klimagerechtigkeit übernehmen.“ Der gleiche Größenwahnsinn spricht aus der grünen Forderung, alle Menschen sollen das Recht haben, in die EU zu kommen, Migrationsgrund egal.

Das ist übers Ziel hinausgeschossen (Merkelschland löst Weltprobleme). So ist es auch bei der Diesel-Verteufelung (Der Stoff, aus dem die Alpträume sind), so ist es beim Atomausstieg und beim Kohle-Moratorium. Und wenn die Grünen erst merken, wie umweltschädlich die E-Mobilität ist? Dann kommt die G-Mobilität, wird schon gewitzelt: mit G wie Gehen.

Nochmal gewitzelt ist die Analyse, worauf der Grünen-Wahlerfolg beruht (laut Zeit-Foren): Das liege daran, dass sich der Bildungsnotstand auch bei Wahlen zeigt.

Dahinter steckt mehr Wahrheit, als es zunächst den Anschein hat. Es geht nicht nur um den Bildungsnotstand der Wähler, sondern auch um den der Agendasetzer. Bei denen hapert es an der Erkenntnis, dass Geld erstmal verdient werden muss, ehe es ausgegeben werden kann, und am Wissen, wie schwer das Geld auf internationalen Märkten verdient wird.

Indem die linksgrünen Aktivisten der Politik ihre Agenda aufgedrückt haben, haben sie ihre eigene Naivität zur Staatsnaivität erhoben – Deutschland als Lachnummer. Die Dieselverbote sind lächerlich. Familiennachzug für Abgelehnte ist lächerlich. Offene Grenzen für Vorteilssuchende sind lächerlich. Abschiebungen nicht zustandezubringen ist lächerlich. Die deutsche Politik ist nicht mehr ernstzunehmen. Leistungen sind easy abzuzocken, Deutschland wird zum Gaunerparadies. Das soll beileibe nicht heißen, es sind alles Gauner. Aber den Gaunern wird ein Schlaraffenland bereitet, und den Clans, und den Fundis, und den Selbstoptimierern, und den Abmahnungsanwälten, und den Steuerflüchtern, und und und.

Das unterstützt man, wenn man grün wählt.

 

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Weiterer Link: 9 Thesen zur Kritik der Grünen Ökonomie

Wilfried Müller

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8 Responses to Grün ist das neue Dummdreistdogma

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Früher hat man ″Die Grünen″ verflucht: Als damals in Berlin Rot-Grün regierte, haben sich alle aufgeregt und jetzt sind die Grünen ganz vorne dabei. Wer die Grünen gewählt hat, darf sich später nicht aufregen, wenn er irgendwann mit seinem Auto nicht mehr vor der Haustür parken darf, usw. usf.

    Deutschland ist nicht mehr das Deutschland, wie ich es einmal kannte. Deutschland ist und bleibt das Schlaraffenland für kriminelle, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern – solange die Politik nicht mit ganzer Härte durchgreift.

    Wolfgang

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Nachtrag:

    Die linksgrünen Aktivisten versuchen die Welt zu ihren Gunsten zu verändern. Keine Autos, kein Fleisch, nur Vegetarisch, usw. Was andere wollen interessiert die nicht. Wenn es um Tierschutz und Tierhaltung geht, bin ich natürlich dafür.

    Wolfgang

  3. Günter Dedie sagt:

    Ein wichtiger Punkt fehlt mir in Wilfrieds Aufzählungen: Berufspolitiker sind darauf angewiesen, ständig wieder an die parlamentarischen Futtertröge gewählt zu werden. Und die Grünen besonders, weil bei ihnen die Quote von Abgeordneten, die außer Wiederwahl und Populismus nichts können, besonders hoch ist. Was gibt es in unserer Zeit des Wohlstands Wirksameres dafür, als (mit Hilfe der Medien) Hysterie in der Gesellschaft zu schüren? Ausbeutung in Afrika, industriell verursachter Treibhauseffekt, Genederismus, Bienensterben, Artensterben (derzeit schon ausgedehnt auf alte Haustierrassen), Kükenmord, … Diese Strategie lässt sich unbegrenzt fortsetzen, denn die Grünen suchen und finden immer etwas, das gerettet werden muss.
    Schön wärs allerdings, wenn sie mein persönliches Anliegen als ehemaliger 60er-Leichtathlet bald entdecken würden: Rettet 1860 München! 😉

  4. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Da hast Du recht, Günter! Die Medien können so viel Hysterie verbreiten und schüren, wie sie wollen, mich interessiert das nicht – wenn andere das alles ernst nehmen, bitteschön. Dein 1860 München, bekannt als (die Löwen), sollte man unbedingt schützen, damit sie nicht aussterben. Ein Appell an die Grünen!

    Gruß Wolfgang

  5. Günter Dedie sagt:

    Hallo Wolfgang, die Hysterie und die Desinformation der Medien beeinflusst aber die Meinung und das Wahlverhalten von – geschätzt – 80% der Bürger. Sonst wäre es mir auch egal. Gruß Günter

  6. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Das stimmt, Günter! Es ist traurig, das Wähler sich durch Medien beeinflussen lassen und keine eigene Meinung haben. Das sind für mich Wähler, die mit dem Strom mitschwimmen.

    Gruß Wolfgang

  7. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Nachtrag:

    Eigentlich sollte der Staat den Medien verbieten, bei Wahlen keinen Einfluss auf Wähler zu nehmen und das Wahlverhalten manipulieren.

    Gruß Wolfgang

  8. Wilfried Müller sagt:

    Also dem ist nicht so. Die Medien sind dazu da, den Wähler zu informieren und somit auch zu beeinflussen bzw. zu manipulieren. Selbstverständlich darf das nicht verboten werden. Was aber verboten gehört, sind die Desinformationen und die Fakes, also die Manipulation mit Müll und Falschinformationen.

    Günter hat einen wichtigen Punkt erwähnt. Ich glaube auch, dass das Pfründen-Argument besonders für die Grünen-Politiker gilt. Allerdings halte ich Durchsetzungsfähigkeit in der Politik durchaus für eine Qualifikation. Die hab ich z.B. nicht.

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