Gott: Schnuller für Erwachsene

Die Facetten der Religion sind vielfältig. Sie hat philosophische, ideologische, politische, historische und spirituelle Aspekte, und sie basiert auf diversen Schwächen der menschlichen Natur. In der Praxis leisten Menschen im Namen der Religion Hilfe. Dabei kommt ein unterschätztes Feature der Religion zum Vorschein.
(Bild: Der Peanut-Gott mit Rock hoch und Heiligenschein ist in Wirklichkeit ein Schnuller von ClkerFreeVectorImages, pixabay)

Features der Religion auf dem Prüfstand

Nach der Aufklärung und dem Höhenflug der Wissenschaft hat die Religion eigentlich abgewirtschaftet. Religiöse Gefühle sind materiell begründet und können durch Hirnstimulation ausgelöst werden. Götter sind als Ausgeburten menschlicher Phantasie, als Konstrukte, erkannt, benannt und gebannt. Nichts von den Gottesbeweisen und -offenbarungen hat einer objektiven Überprüfung standgehalten. Die Religion hat null Erklärungskraft, ihre Schöpfer-Argumentation ist ein logischer Widerspruch. Nichts kann aus sich selbst heraus entstehen, also hat ein Schöpfer die Welt gemacht – aber wer schuf den Schöpfer? Und falls doch etwas aus sich selbst heraus entstehen kann – etwa ein Schöpfer -, dann kann das auch die Welt.

1) Philosophischer Grund: Welterklärung

Wie man’s auch dreht und wendet, in den Gefilden von Vernunft und Verstand haben Götter und Religionen als Welterklärung ausgedient. Sie liefern ein Fundament so fest wie Zuckerwatte, sie sind so wahr wie Werbung und haben soviel Sinn wie Wahnsinn. Der erste Grund für den Glauben ist damit obsolet geworden. Trotzdem hält sich die Religion zäh am Leben. Unsere Regierung ist komplett religiös kontaminiert, der Bundestag in überwiegenden Teilen. Über den Menschenrechten, die dort eigentlich vertreten werden sollen, steht klar der Gottesgehorsam. Oft ist’s der Gott Mammon; bei der Gesetzgebung zur Sterbehilfe war’s der liebe Foltergott.

2) Ideologischer Grund: Repressionsinstrument

Im Mittelalter wurde der Glaube zur Repression instrumentalisiert, und wo das noch der Fall ist, herrscht noch das Mittelalter. Ansonsten wurde die Unterdrückung durch Verdummung abgelöst. In der modernen Welt entfällt damit der zweite Grund für die Religion großteils, denn um das Verdummungsmonopol wird von allen Seiten her gerangelt, von Politik, Werbung, Kunst, Kommerz, Sport …

3) Politischer Grund: mir san mir

Nun ist der dritte Grund für die Religion auch am Wegbrechen. Traditionellerweise dient die Religion zum Ausgrenzen Andersgläubiger. Doch der mir-san-mir-Effekt lässt nach – warum? Aus Nächstenliebe kann’s eigentlich nicht sein, wo doch Regierung und Parlament höchstens Bankenliebe bewiesen haben. Dass es Fremdenliebe ist, sei den Wohlmeinenden zugestanden, aber dahinter schimmert doch politisches Kalkül durch: Dass das Ausgrenzen Andersgläubiger nicht mehr gilt, dürfte ein Zeichen dafür sein, wie schlimm der Unglaube eingeschätzt wird. Also der Zusammenschluss mit Andersgläubigen gegen die Freidenker und das Säkulare. Lieber anders verdummt als vernünftig.

4) Historischer Grund: Ordnung schaffen

Der vierte Grund wird bei Yuval Hararis Eine kurze Geschichte der Menschheit am schönsten dargeboten: Alle gesellschaftlichen Ordnungen sind von Menschen erfunden worden und daher um so zerbrechlicher, je größer die Gesellschaften sind. Indem die Religionen auf einen übermenschlichen Willen verweisen, schaffen sie Autorität, die nicht so leicht in Zweifel gezogen wird, und geben der Gesellschaft damit ein stabiles Fundament. Die Entstehung der missionierenden Universalreligionen (Buddhismus, Christentum, Islam) war eine bedeutende Revolution in der Geschichte. Letztlich ist Religion genauso real wie etwa das Geldsystem: Die grundsätzliche Idee ist ein Konstrukt, aber durch den Glauben daran funktioniert es (und durch die Infrastruktur wie Kirchen und Priester bzw. Banken und Banker).

5) Sonstige Gründe: menschliche Features

Der fünfte Grund ist eine Sammlung von menschlichen Eigenarten:

  1. die menschliche Einbildungskraft. Wenn der Mensch glaubt, es ist ein Wirkstoff drin, kann die Täuschungskraft des Placebo-Effekts Wirkung erzeugen, wo gar kein Wirkstoff ist. Genauso können Götter wirken, ohne zu existieren.
  2. der menschliche Denkfehler, den Zufall als Absicht zu missdeuten. So, wie der Mensch in den Wolken Gesichter erkennt, so meint er in zufälligen Abfolgen kausale Zusammenhänge zu sehen. Was der Mensch nicht erklären kann, hat eben Gott gemacht.
  3. das menschliche Verlangen nach einer schützenden Hand. Wen die Last des Lebens schwer drückt, der mag sich nach einer Vatergestalt sehnen, die ihn wieder zum unbelasteten Kind werden lässt. Das kann bis zur masochistischen Unterwerfung und zum Sklaventum führen; die Bedürfnisse sind weit gefächert.
  4. das menschliche Streben nach Gerechtigkeit, wenn schon nicht auf Erden, dann wenigstens im Himmel.
  5. die menschliche Liebe zum Spirituellen, Sakralen und Weihevollen. Viele Menschen mögen Kirchenmusik, auch ohne gläubig zu sein. Dasselbe gilt für religiösen Pomp & Zeremonien, da weint es sich so schön.
  6. das menschliche Bedürfnis nach Gemeinsamkeit und Miteinander, gerade in einer Zeit, wo die Familien schrumpfen. Dafür leisten die Kirchen das, was auch Clubs und Vereine leisten.
  7. die menschliche Hilfsbedürftigkeit. Viele gläubige Menschen tun Gutes und leisten echte Hilfe. Andere leisten Placebo-Hilfe, indem sie die Hilfsbedürftigen zum Beten & Hoffen anstiften.
  8. die menschliche Sehnsucht nach Ewigkeit, die sich in der Akzeptanz von hanebüchenen Himmelsversprechungen äußert: ewiges Leben, unsterbliche Seele, ein Platz zur Rechten Gottes, Amen.

Unterschätztes Feature

Im letzteren liegt das meistunterschätzte Feature der Religion. Es ermöglicht normalen Menschen, ohne viel  Aufopferung viel Hilfe zu leisten:

  • Als Religionsfreie müssten sie sagen, hör mal, bloß weil ich nett zu dir war, mag ich nicht die ganzen Lasten übernehmen, die du nicht tragen kannst.
  • Als Religiöse sagen sie, bete zu Gott, und nach Gottes Willen wird dir geholfen.

Dann hat nämlich der vermeintliche Gott die Hilfsbedürftigen an der Backe und nicht der Helfer. Mit dem Gott kann er die Hilfesuchenden ruhigstellen.

Gott als Schnuller für Erwachsene.

Das bringt’s, denn es ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Götter- und Geister-Branche. Humanisten verfügen nicht über solche Möglichkeiten und tun sich deshalb schwerer mit Hilfeleistungen. Der Umstieg von religiös zu humanistisch ist auch deshalb so schwierig.

 

Wilfried Müller

Ergänzender Link: Thomas Metzinger – Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit – Ein Versuch: Metzinger spricht von einem „adaptiven Wahnsystem“. Demnach ist Religion von der Grundstruktur her dogmatisch und damit intellektuell unredlich. Wer dem Text folgt, muss allerdings Spiritualität als Neigung zu wissenschaftlicher Erkenntnis verstehen.

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(Der Artikel wurde 2016 und 2017 publiziert und mehrfach ergänzt.)

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8 Responses to Gott: Schnuller für Erwachsene

  1. Klarsicht(ig) sagt:

    „Glaubens-Infizierte“ verwirklichen mit ihrem Glauben implizit permanent den Tatbestand der Blasphemie !?

    Viele Menschen glauben, dass irgendwo etwas Übernatürliches existiert, das sie mit dem Begriff „Gott“ oder „Allah“ versehen haben. Von diesem Übernatürlichen nehmen sie an, dass Ihm nichts unmöglich und dass Es ihnen wohlgesonnen sei. Das würde bedeuten, dass Es u. a. mit einer für Menschen nicht oder nicht gänzlich erfassbaren, überaus hohen Intelligenz ausgestattet sein müsste. Und diese Menschen glauben, dass die übernatürliche „Hochintelligenz“ der Autor oder Produzent des Gedanken- und Schriftgutes (Bibel, Koran usw.) sei, was sie als heilig betrachten und verehren. Nach redlicher Beurteilung vieler anderer Menschen mit normal ausgeprägter Empathie ist dieses Gedanken- und Schriftgut aber zumindest teilweise intellektuell und ethisch von überaus schlechter Qualität (Ausschuss). Wenn daher schon nach menschlicher Beurteilung schlechte Qualität vorliegt, dann ist es unvernünftig zu unterstellen, dass man es mit „Produkten“ einer übernatürlichen „Hochintelligenz“ zu tun hat.

    Die vielen Menschen, die davon ausgehen, dass eine übernatürliche „Hochintelligenz“ existiert, die sie als „Gott“ oder „Allah“ bezeichnen, stellen Ihr mit dem Glauben daran, dass die Bibel, der Koran usw. von Ihr stammen bzw. dass deren Produktion von Ihr gedanklich / geistig initiiert wurde, implizit ein intellektuelles Armutszeugnis aus. Auch unterstellen diese Menschen durch ihren Glauben der übernatürlichen „Hochintelligenz“ implizit, dass es von Ihr nicht bemerkt wurde, schlechte Qualität produziert bzw. solche initiiert zu haben, womit Ihr von den „Glaubens-Infizierten“ auch hier ein intellektuelles Armutszeugnis ausgestellt wird.

    Würde eine übernatürliche „Hochintelligenz“ existieren, so dürfte man logischerweise davon ausgehen, dass Sie nur qualitativ überaus gutes Gedanken – und Schriftgut selbst produzieren oder durch erwählte Menschen herstellen lassen würde. Hätte Sie es gleichwohl zu verantworten, dass irrtümlich einmal Ausschuss produziert wurde, so dürfte man auch hier logischerweise davon ausgehen, dass Sie es natürlich irgendwann bemerkt und beseitigt haben würde. Da zumindest teilweise Ausschuss vorliegt, der nicht beseitigt wurde, kann es nur vernünftig sein, davon auszugehen, dass sich die „Glaubens-Infizierten“ mit ihrem Glauben „auf dem Holzweg befinden“.

    Das viele rituelle Verhalten, was sich Menschen gegenüber von ihnen als existent angenommenem Übernatürlichen ausgedacht und sich autonom auferlegt haben oder was ihnen Ihm gegenüber heteronom auferlegt wurde, sowie ihre ständige devot-servile Anbiederung an das imaginär Übernatürliche hat einen derart unwürdigen und primitiven Charakter, so dass diese Menschen Ihm auch hier durch ihr Verhalten und ihre Anbiederung implizit ein intellektuelles Armutszeugnis ausstellen. Denn durch ihren Glauben unterstellen die „Glaubens-Infizierten“ der übernatürlichen „Hochintelligenz“ ja implizit, dass es Ihr gefällt, wenn sich Menschen Ihr gegenüber primitiv verhalten und ihre Selbstachtung aufgeben. Schon ein nur halbwegs intelligenter Mensch kann doch nicht ernsthaft annehmen, dass eine übernatürliche „Hochintelligenz“ es von Menschen erwarten würde, dass Sie von ihnen auf eine Art und Weise verehrt werden möchte – wenn überhaupt -, die einen absurden und sehr skurrilen Charakter aufweist.

    Durch das intellektuelle Armutszeugnis, das „Glaubens-Infizierte“ der übernatürlichen „Hochintelligenz“ mit ihrem Glauben mehrfach implizit ausstellen, verwirklichen gerade sie permanent den Tatbestand der Blasphemie, falls Sie wirklich existieren sollte.

    Gruß von
    Klarsicht(ig)

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Die Kirchenmusik, wie z. B. ″Gospel″ u. a. dient nur der Gehirnwäsche. Das Wort Gottes musikalisch darzustellen, soll sich so besser bei Gläubige und ″Noch-Nicht-Gläubige″ in das Gehirn einbrennen.

    Auch das Gericht lässt bei Zweifeln einer Aussage auf die Bibel schwören (″So wahr mir Gott helfe″).

    Gruß Wolfgang

  3. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Damals zog ein Pfarrer mit Frau und Kinder in unseren Wohnblock ein: Dieser Pfarrer, also der Vater, erzog seine Kinder streng nach christlich-religiösen Regeln. Das Spielen und die Kontaktaufnahme zu Atheisten-Kinder hat er strikt verboten – auch seiner Frau. Die Frau und die Kinder litten unter seiner strengen religiöser Herrschaft. Wir schlossen uns als Wohngemeinschaft zusammen, um dagegen anzugehen – erfolglos. Der Pfarrer ließ sich später versetzen und zog weg. Er war krankhaft Glaubens-Infiziert!

    Gruß Wolfgang

  4. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Ja, da hast Du recht, Klarsicht(ig). Die Reihenfolge in dem Link ist so richtig!

    Gruß Wolfgang

  5. Wilfried Müller sagt:

    Klarsicht(ig) ist klarsichtig, aber was er hier sagt, klingt nicht besonders tolerant. Ich denke immer an die Menschen, die leiden und irgendwelche Hilfe suchen, und sei sie imaginär. Denen nutzt es nix, wenn man ihnen intellektuelle Armut bescheinigt. Ist ja wahr, und auf die Spitze getrieben bei religiösen Wissenschaftlern. Alltags im Labor erwarten sie, dass alles mit rechten Dingen zugeht – wie könnten sie sonst arbeiten. Und sonntags in der Kirche glauben sie an Wundergeschichten.

    Natürlich ist eine dogmatische Haltung, wie Wolfgang sie beschreibt, unschön.
    In dem Zusammenhag ist noch dieser Artikel interessant: https://www.zum-muendigen-buerger.de/2019/06/12/bester-gegenbeweis-gegen-gott-gott-ist-doch-nicht-bloed/

    • Klarsicht(ig) sagt:

      Hallöchen, Wilfried !

      Zitat: „…was er hier sagt, klingt nicht besonders tolerant.“ 

      Das mag jeder so empfinden, wie er will. Im übrigen verweise ich (noch einmal) auf folgenden Vortrag:

      Schmidt-Salomon • Lesung: Die Grenzen der Toleranz:
      https://www.youtube.com/watch?v=u0fqIBrKkUA

      Zu den Begriffen Toleranz und Respekt habe ich mir auch schon einmal ein paar Gedanken gemacht, wie nachstehend zu ersehen ist. Ich hoffe, ich langweile niemanden damit.

      Kritik, Toleranz und Respekt gegenüber Eigenschaften und Zuständen.

      Zum Menschsein gehören die biologischen Eigenschaften, Kind, erwachsen, weiblich oder männlich und damit gleichzeitig Tochter, Sohn, Mutter oder Vater zu sein. Leider gibt es hier auch die Eigenschaft, vorübergehend oder dauerhaft krank zu sein. Dazu könnte die Eigenschaft treten, Empfänger von Hilfe zu sein.

      Es gibt die Eigenschaft, zu bestimmten Menschengemeinschaften zu gehören (z. B. Deutscher oder Ausländer zu sein). Und es gibt die Kultureigenschaften, Ehefrau oder Ehemann und mit anderen Menschen verwandt oder verschwägert zu sein.

      Manche Eigenschaften erwirbt und verliert der Mensch sukzessive, indem er auf eine bestimmte Art denkt, sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält oder wiederum in eine andere Art seines Denkens und Verhaltens wechselt.

      In vielen Fällen bekennt sich der Mensch gegenüber irgendwelchen Autoritäten oder Organisationen freiwillig dazu, eine bestimmte Eigenschaft zu übernehmen oder aufzugeben und sein künftiges Leben danach ausrichten zu wollen.

      Der zu große und zu lange negative Verlauf der bisherigen Menschheitsgeschichte hat überdeutlich gezeigt, dass es keine Vernunftgründe dafür gibt, sich durch den freiwilligen Zuspruch zu irgendeinem religiösen oder säkularen Glaubenssystem eine Eigenschaft zuweisen zu lassen oder zu übernehmen (z. B. Christ, Muslim, Jude, Nazi, Stalinist, Faschist usw. zu sein oder sein zu wollen).

      Es gibt also viele Eigenschaften, mit denen der Mensch mit dem Eintritt in die Welt und während seines zeitlich unbestimmten Aufenthaltes dort automatisch versehen wird oder mit denen er sich freiwillig versehen kann. Von einigen dieser Eigenschaften kann er sich durch keinen Willensentschluss selbst wieder befreien. Es sind insbesondere die Eigenschaften, die er durch seine Geburt, eine Krankheit, durch eine physische oder psychische Verletzung „erworben“ hat.

      Eigenschaften und Zustände, die sich nicht wirklich verändern lassen, sind nicht kritisierbar, sondern müssen toleriert und respektiert werden. 

      Eigenschaften und Zustände, die veränderbar sind, dürfen in allen Lebensbereichen von den Mitgliedern der Gesellschaft mit der gleichen Vehemenz kritisiert werden, wie die Politiker die wechselseitigen politischen Auffassungen, Absichten und Taten ihrer politischen Kontrahenten kritisieren. Und die Erfahrungswirklichkeit zeigt es uns, dass man in der Politik oft nicht gerade zimperlich mit Kritik umgeht. 

      Zitat: „Denen nutzt es nix, wenn man ihnen intellektuelle Armut bescheinigt.“

      Ich denke, dass Du meine Ausführungen missverstehst. Denn ich bescheinige „Glaubens-Infizierten“ in meinem Kommentar keine „intellektuelle Armut“. Vielmehr bringe ich darin meine Meinung zum Ausdruck, dass sie, die „Glaubens-Infizierten“, mit ihrer Gläubigkeit und ihrem rituellen Verhalten ihrem „Glaubensgegenstand“ ein intellektuelles und ethisches Armutszeugnis ausstellen.

      Im Inhalt des folgenden Links trifft der Autor eine Unterscheidung zwischen Monotheismus und Monopoltheologie. Mein kritischer Kommentar könnte evtl. als Plädoyer für den Monotheismus, wie ihn der Autor versteht, durchgehen.

      Glaube und Gesundheit. Dogmatische Religiosität und ihre Folgen. Theologie:
      http://www.glaube-und-gesundheit.de/theologie.html

      Ich denke, dass sich meine Kritik auf der Linie bewegt, die Herr Prof. Thomas Metzinger in seiner Schrift vertritt, die sich aus dem nachstehend aufgeführten Link ergibt. Auf sie hast Du auch schon in einem Deiner Beiträge verwiesen.

      Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit:
      https://religionskritik4.blogspot.com/2013/06/spiritualitat-und-intellektuelle.html

      Gruß von
      Klarsicht

    • Klarsicht(ig) sagt:

      Meine 1. Replik auf Deinen Kommentar wurde bisher noch nicht freigeschaltet.

      2. Replik auf Deinen Kommentar.

      Zitat: „Ich denke immer an die Menschen, die leiden und irgendwelche Hilfe suchen, und sei sie imaginär.“

      Gegen-Zitat:

      „Natürlich ist es wahr, dass solche Glaubenssysteme für einzelne Menschen und in kurzen Zeiträumen das subjektive Leiden wirksam vermindern können. Sie spenden Trost, ermöglichen intensive Gemeinschaftserfahrungen und das Erleben von Geborgenheit in einer unsicheren Welt, sie sind sozusagen metaphysische Placebos, die in der existentiellen Palliativmedizin eingesetzt werden. Für die Menschheit als Ganzes ist diese Strategie aber objektiv nicht nachhaltig. Das ist der sachliche, für jeden leicht zu verstehende Punkt: Die lokale, kurzfristige Stabilisierung des Selbstwertgefühls erzeugt auf globaler Ebene immer wieder unfassbares Leid.

      Eine interessante neue Einsicht könnte also sein, dass die Evolution insbesondere auch auf der psychologischen und soziokulturellen Ebene allem Anschein nach erfolgreiche Formen von geistiger Krankheit hervorgebracht hat.“

      Quelle: http://www.philosophie.uni-mainz.de/Dateien/Metzinger_SIR_2013.pdf
      Seite 21 und 22

      Gruß von
      Klarsicht(ig)

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