„Speziesismus“: Idiotien der Sprachverhunzer

(Bilder: evastupica, glasskid50, danielsfotowelt, hettyvanderzanden, nurp, alle pixabay).

Wenn man Tiere allzusehr vermenschlicht, kommt sowas raus wie das Credo von PETA (People for the Ethical Treatment of Animals): „Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten„(1.). Diese bis aufs Experimentieren widernatürliche Einstellung hat durchaus Follower.

Solche Leute haben sogar ein Fachwort für die spezielle Diskriminierungsform aufgrund der Artzugehörigkeit kreiert, Speziesismus. Das ist die Diskriminierung von Tieren durch Menschen – umgekehrt sind noch keine Beanstandungen publiziert … Ziel ist nicht bloß, das Leid der Massentierhaltung zu beenden und Tiere in freier Wildbahn zu schützen. Auf gut genderisch geht es bis dahin, die Sprache im Sinn des Tierschutzes zu manipulieren, so wie die PETA-Aktivisten den Tierschutz verstehen (evolve common language“).

Zu was für Idiotien man sich dabei versteigt, ist frappierend. Die Massentierhaltung wurde mit dem Holocaust verglichen (2.), Metzger wurden als Mörder bezeichnet. Das hat PETA den Ruf einer radikalen Tierrechtsorganisation eingebracht. Diesem Ruf versucht der Verein gerecht zu werden.

Dazu passt auch der Anlauf zur Sprachmanipulation. Im Dezember 2018 wurden bei Twitter tierfreundlich umgestaltete Sprichwörter publiziert (3.), um „den Speziesismus aus der Umgangssprache zu entfernen“ (4.). Andersdenkende waren schnell mit Spott über die Sprichwortverhunzung zur Hand. Zero Hedge kommentiert, PETA versuche die Leute davon abzuhalten, rassisitisch gegen Hühner zu sein (5.).

Eine Liste der betroffenen Sprichwörter („Stop Using Anti-Animal Language“):

Deutsch Englisch PETA-Verhunzung
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kill two birds with one stone feed two birds with one scone
das Versuchskaninchen sein be the guinea pig be the test tube
auf etwas herumreiten beat a dead horse feed a fed horse
die Brötchen verdienen bring home the bacon bring home the bagels
den Stier bei den Hörnern packen take the bull by the horns take the flower by the thorns

Der Spott der Kommentatoren ließ nicht auf sich warten:

  • Wenn bacon (Speck) für die Veganer offensiv ist, sind dann bagel (Teigkringel) für die Glutenfreien offensiv?
  • Ein gefüttertes Pferd füttern? Man sollte doch keine Ausdrücke fördern, die der Fettleibigkeit Vorschub leisten.
  • Außerdem merkt ein totes Pferd ja nicht, wenn es geschlagen wird, während ein überfüttertes Pferd leidet.
  • Und was soll die Blume denken, wenn man sie bei den Dornen packt? (Ergänzung ZmB)

In vorauseilendem Gehorsam verhunzt ZmB ein paar weitere Sprichwörter (Quelle u.a. 5.). Beim letzten Punkt von diesem Leserservice geht es um Menschen, falls die überhaupt noch eine Rolle spielen:

Deutsch Englisch ZmB-verhunzt
der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach a bird in the hand is worth two in the bush a turd in the hand is worth two in the bush
der Stärkere gewinnt dog eat dog blog eat blog
eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus dog don’t eat dog blog don’t eat blog
einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul don’t look a gift horse in the mouth don’t take a gift course to the south
es regnet junge Hunde it’s raining cats and dogs it’s raining hats and clogs
der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt it’s the last straw that breaks the camel’s back it’s the last straw that breaks the politician’s promise
Affen machen alles nach monkey see monkey do honkey see honkey do
gebranntes Kind scheut das Feuer once bitten twice shy once written twice wrong
Morgenstund hat Gold im Mund early bird catches the worm early turd catches the worm
alles auf die Reihe kriegen to get one’s ducks in a row to get one’s fucks in a row
keine Rose ohne Dornen you can’t catch a fish without it’s bones You can’t snatch a dish without it’s scones
das dicke Ende kommt zuletzt it’s not over until the fat lady sings it’s not over until the flat shady stinks

Bittesehr, dieser Unsinn muss sich hinter den PETA-Parolen nicht verstecken. Nichts gegen Tierschutz, z.B. mittels Ersatz der Massentierhaltung durch pflanzliche Produkte oder durch Fleisch aus der Retorte. Oder mittels Ersetzen von Eseln und Kamelen durch motorisierte Transportmittel (die aktuellen Themen).

Aber wieso wollen sich alle an der Sprache vergreifen? Was haben diese Sprachverhunzer eigentlich an der Bommel, dass sie sich dauernd lächerlich machen müssen? Rechtschreibreformer, GenderInnen, MeTussis, PETA-Parolenschwinger? Könnten sie nicht mal was Vernünftiges anleiern, z.B. dass die Massentierhaltung ersetzt wird durch die ganzen beyond-Produkte?

Dann könnten die PETA-Protagonisten einen großen Teil von ihrem Credo abhaken. Experimentieren in der Computersimulation, Essen und Anziehen aus der Retorte, Unterhalten mit Robot-Pets – und die Ausbeuter sind ja nicht zuletzt die, welche die Tiere vermenschlichen und vor ihren Karren spannen.

 

Medien-Links:

  1. Peta: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
  2. Bundesverfassungsgericht – PETA darf Tierhaltung nicht mit Holocaust vergleichen: Das Bundesverfassungsgericht wies die Klage zurück, mit der PETA den Slogan „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ als legalen Protest durchdrücken wollte.
  3. PETA auf Twitter: Bringing Home the Bagles …
  4. PETA releases list of animal friendly idioms to avoid ’speciesism
  5. PETA Publishes Laughable List Of ‚Animal Friendly‘ Phrases To ‚Fight Speciesism
  6. Englische Sprichwörter (Wikiquote)

 

Wilfried Müller

(Dieser Artikel wurde zuerst am 8.12.18 publiziert und am 28.6.19 überarbeitet.)

 

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2 Responses to „Speziesismus“: Idiotien der Sprachverhunzer

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Die Tierschützer und die Grünzeug-Aktivisten sollen mal ganz schön den Ball flach halten: Ich selbst bin auch gegen Tierquälerei, aber ich unterscheide zwischen Tierquälerei und Nutztierhaltung zum wohle der Fleischfresser. Es liegt in der Natur, dass Tiere getötet werden, egal wer das Tier tötet, sei es der Mensch oder die Wölfe, Füchse, Löwen und andere Fleischfresser – auch die fleischfressende Pflanze gehört dazu. Selbst die im tiefsten Afrika lebenden Stämme jagen Tiere jeglicher Art, um sie zu essen. Da sagen die Tierschützer nichts!

    Wenn die Pharma-Industrie für Medikamente Tierversuche durchführt und die Tierschützer dagegen sind, können die Tierschützer sich ja für Versuche zur Verfügung stellen. Die Tierschützer und die Grünzeug-Aktivisten haben garantiert Haustiere, z. B. Hunde, Katzen, Schlangen und sonstige Viechereien, was bekommen die denn zu fressen? Garantiert kein Grünzeug, sondern Fleisch von Tieren, die aber erst einmal getötet werden müssen! Wer Pflanzen isst tötet Pflanzen – also sind wir alle Mörder!

    Fazit: Ihr könnt ja Grünzeug essen – ich esse mein Fleisch, das Fleisch ist mein Gemüse.

    Gruß Wolfgang

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Wenn man Tiere vermenschlicht, sollte man den Tierhalter vertierischen und mit ihm an der Leine Gassi gehen.

    Gruß Wolfgang

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