Beweis für materielle Nichtexistenz Gottes

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Wer einem idealistischen Weltbild anhängt, der ist immun gegen die folgende Argumentation, weil er ja seine Welt aus seinem eigenen Denken ableitet. Wer ein theologisches Weltbild vertritt, der ist sowieso immun gegen Verstandeskräfte.

Wer aber ein modernes Weltbild auf Basis der naturwissenschaftlichen Weltsicht pflegt, für den mag  dieser Text ein zusätzliches Argument liefern (Bild von OpenClipart-Vectors, pixabay, X von ZmB).

Verwendet werden die Begriffe, wie sie in der materialistischen Ontologie von Bunge (Rezension Bunge Matter and Mind I-V) beschrieben sind. Hier geht es nur um Dinge und Konstrukte. Jedes Objekt ist entweder konkret – dann ist es ein Ding – oder abstrakt, dann ist es ein Konstrukt.

Dinge

Die Materie bzw. die konkreten Gegenstände werden als Dinge bezeichnet. Dazu zählt alles von Atomen und Photonen über Magnetfelder und Ökosysteme bis zu Lebewesen und Sternen. Nur solche materiellen Dinge haben eine reale Existenz.

Hier ist zwischen Materie und Masse zu unterscheiden. Photonen und Magnetfelder sind Materie, sie haben aber keine Masse. Trotzdem sind sie konkrete Dinge. Die Masse ist nur eine Eigenschaft der Materie; Materie kann diese Eigenschaft haben oder nicht.

Dinge sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich ändern: Den Naturgesetzen folgend, interagieren sie mit anderen Dingen. Diese Wechselwirkung ist das Kriterium für Realität. Nicht die Masse, und auch nicht ihre räumliche und zeitliche Lokalisierbarkeit., denn nach der Relativitätstheorie ist der Dingbegriff den Begriffen von Raum und Zeit logisch vorgeordnet. Die Dinge konstituieren den Raum, die Änderung der Dinge konstituert die Zeit. Ohne Dinge und ihre Interaktionen keine Raumzeit.

Wenn etwas keine Photonen aussendet, also nicht sichtbar ist, wenn es keinen Druck ausübt, also nicht fühlbar ist, wenn es keine Raumkrümmung verursacht usw., also nicht messbar ist – dann existiert es nicht real und aus sich selbst heraus.

Konstrukte

Im Gegensatz zu den Dingen haben immaterialle Objekte wie die Zahl 3, der Satz des Pythagoras, ein Musikstück, eine Religion keine reale Existenz. Sie existieren nicht aus sich selbst heraus, sondern nur abstrakt: Sie sind Konstrukte.

Die Existenz dieser Konstrukte hängt nicht von ihnen selbst ab, sondern sie existieren nur dadurch, dass sie von Menschen oder vergleichbaren Existenzen gedacht werden können.

Konstrukte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nicht (von selbst) ändern. Aus der Zahl 3 wird keine 4. Nur durch menschliches Denken kann ein Konstrukt anders oder ganz neu gemacht werden.

Dabei werden zwei Arten von Konstrukten unterschieden: die beliebigen und die nicht beliebigen. Nicht beliebig sind die Zahl 3, der Satz des Pythagoras usw., denn auch andere Zivilisationen würden darauf stoßen. Beliebig sind Musikstücke, Religionen, Götter, Weihnachtsmänner. Andere Kulturen haben andere Götter und andere Weihnachtsmänner.

Bei den beliebgen Konstrukten kann man die Existenz enger fassen. Z.B. der Gott Zeus existierte, sobald er gedacht wurde, und er hörte auf zu existieren, als er nicht mehr gedacht wurde. Die nicht beliebigen Konstrukte existieren dadurch, dass sie gedacht werden können. Z.B. die Zahl 4653712650806471583077231724333419010833 existiert somit, ohne dass jemand sie gedacht haben müsste.

Wie erkennt man ein Konstrukt?

Die Götter wurden hier schon unter den Konstrukten eingereiht, sogar unter den beliebigen Konstrukten, den beliebigen menschengemachten Erzeugnissen. Dafür wird nun eine Begründung geliefert.

Wir wissen, dass ein Objekt entweder ein Ding ist oder ein Konstrukt. Der Unterschied muss gar nicht allgemein definiert werden, denn es reicht das Folgende:

Wenn das Objekt Eigenschaften hat, die in der Realwelt nicht möglich sind, dann kann es kein Ding sein. Denn Dinge folgen den Naturgesetzen, bei ihnen „geht es sozusagen mit rechten Dingen zu.“

Wenn aber ein Gott übernatürliche Fähigkeiten hat, z.B. dass er aus einer Rippe einen Menschen machen kann, oder wenn ein Gottessohn übers Wasser wandelt und aufersteht – dann können beide kein real existierendes Ding sein.

Sie sind also Konstrukte – Erzeugnisse des menschlichen Geistes.

Und Konstrukte existieren nicht aus sich selbst heraus. Sie sind davon abhängig, dass sie gedacht werden – das ist der Beweis der materiellen Nichtexistenz.

Einwände?

Man könnte hier einwenden, dass dies Ergebnis aus den Prämissen folgt, es gibt nur Dinge und Konstrukte, die Dinge folgen den Naturgesetzen, die Relativitätstheorie verlangt einen übergeordneten Dingbegriff. Diese Prämissen sind aber nicht willkürlich gewählt, sondern sie gehören zu den Grundlagen der Naturwissenschaft.

Gewöhnlich kommt dazu noch das Argument „Das verstehen wir nicht“ – aber das widerlegt sich durch diesen Text hier: Wir verstehen sehr gut, dass Gott bloß ein Konstrukt ist, eine Ausgeburt des menschlichen Geistes.

Dann gibt es das Argument, dass Gott ja nicht nur im Himmel der Phantasie existiert, sondern durchaus reale Bodenstationen hat. Es gibt Kirchen, Klöster, Gipfelkreuze, Pfarrer, Bischöfe und Päpste. Die existieren konkret, so dass man der Religion eine Mischexistenz aus Konstrukt & Ding zubilligen muss. Der Chef selber bleibt aber ein lupenreines Konstrukt.

Unterm Strich darf man füglich sagen, Gott existiert nur als Gedanke in den Köpfen der Gläubigen, in der Realwelt existiert er nicht.

Konsequenzen

Was für Gott zutrifft, gilt klarerweise auch für den Himmel und die unsterbliche Seele. Das sind alles nur Konstrukte, und der biblische Jesus wahrscheinlich auch. Die verallgemeinerte Aussage lautet dann so: Gott, Himmel, unsterbliche Seele, ewiges Leben – das alles existiert nur in der Phantasie der Gläubigen. In der Realwelt gibt es sowas nicht.

Wo aber Konstrukte sind, muss es auch Urheber geben, die sich diese Sachen ausgedacht haben; die Erfinder der Konstrukte.

Da stellt sich die Frage, waren das welche, die von Sinnen waren, oder schlicht Betrüger?

Die Religion ist als Schwindel entstanden – soviel ist damit klar. Unklar ist, war es absichtlicher Betrug oder Wahnsinn? Dazu gibt es den Artikel Wie das wohl zuging. Da ist die christliche Entstehungslegende realistisch nachempfunden. Beim Islam mag es etwas anders gewesen sein, irgendwas zwischen Betrug und Verrücktheit, wie der halb wahnsinnige bzw. epileptische Mohammed nahelegt. Zumindest dieser Prophet war kein Konstrukt, sondern er hat wirklich existiert. Und dann ritt er auf einem Schimmel zum Himmel …

 

Wilfried Müller

(Dieser Artikel wurde zuerst am 14.3.17 publiziert und am 14.7.19 überarbeitet.)

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1 Response to Beweis für materielle Nichtexistenz Gottes

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Betrug oder Wahnsinn? Für mich ist es beides. Beim Glauben an einen Gott geht es auch nur um Geld und Macht!

    Da hat sich ein armer Mensch vor langer Zeit Gedanken gemacht und bemerkt, dass man Menschen beeinflussen und manipulieren kann. Also erschuf er ein übersinnliches Wesen namens ″Gott″ und predigte über diesen Gott in allen Städten und Dörfern, dass Gott die Menschen erschaffen hat und sie beschützt usw. Die Menschen waren von seinen Worten so benommen und überzeugt, das sie anfingen an diesen Gott zu glauben. Sie gaben den Prediger Kleidung und Essen und spendeten materielle Dinge. Diesen Glauben an Gott trugen dann diese Menschen immer weiter (Schneeballsystem), bis irgendwann eine Organisation Gott groß herausbrachte und Gotteshäuser errichtete und Geld in die Kassen (Klingelbeutel) spülte. Immer mehr Menschen wurden gläubig und der Name Gott eroberte die Welt in allen Richtungen. Der Papst ist die Merkel der Kirchen.

    Ende der Märchenstunde. Aber so könnte es auch gewesen sein.

    Gruß Wolfgang

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