Philosophen ehren!

Es gibt die physikalischen Einheiten Ohm, Volt und Ampere, es gibt Pascal, Newton, Tesla und viele mehr. Das alles sind Namen von Physikern, die nun physikalische Einheiten bezeichnen. Was den Physikern recht ist, sollte den Philosophen billig sein. Auch sie haben sich verdient gemacht (Bild: geralt, pixabay).

Bisher gibt’s noch keine Einheiten, die nach Philosophen benamst wurden. Spannung, Strom, Widerstand kommen bei den Philosophen nicht vor, und auch kein Druck, keine Kraft und keine Feldstärke. Es gibt noch nicht mal so eine Einheit der Ontologie, der Erkenntnistheorie, der Metaphysik, der Ethik – im Gegenteil, sie sind sich alle uneins.

Und so gibt es nur spärliche Ehrungen, bei denen die Namen von Philosophen durch Konnektion mit Gebrauchsgegenständen, Lebensmitteln oder sonstigen Dingen verewigt werden. Ein paar mehr oder weniger geläufige Items liefert diese kleine Aufzählung:

  • Leibniz-Keks
  • Kant-Holz
  • Ockham-Rasiermesser (Sparsamkeitsprinzip)
  • Popper-Schüssel (Popper original: Sir Karl Raimund Popper, abgeleitet: Mitglieder einer verflossenen Jugendkultur – Schüssel steht für deren Motorroller)
  • Platonische-Ehe
  • Brownsche Bewegung
  • Thales-Kreis
  • Kurtz-Schluss (der Heidelberger Sinologe Prof. Dr. Joachim Kurtz)

Einige weitere Vorschläge runden das Bild vorteilhaft ab und zeigen, was bei etwas gutem Willen möglich wäre, und was dringend gemacht gehört. Die Konkurrenz schläft ja nicht. Der Papst spricht die komischsten Typen heilig, die unmöglichsten Leute kriegen Orden umgehängt, und wer nicht aufpasst, wird ganz schnell preisgekrönt. Also haben unsere Philosophen die Assoziation mit konkreten Dingen verdient, desto mehr, je abstrakter sie formulieren:

  • Adorno-Frankfurter
  • Bunge-Jump
  • Camus-Mus
  • Descartes-Ergosumm
  • Epikur-Lust
  • Feuerbach-Zündhölzer
  • Galilei-Zentrum
  • Heidegger-Schnaps
  • Jaspers-Delusion
  • Kierkegaard-Depression
  • Locke-Locke
  • Marx-Beute
  • Nietzsche-Peitsche
  • Precht-Zahl
  • Rousseau-Bosheit
  • Sokrates-Becher
  • Voltaire-Schalter
  • Wittgenstein-Wirbel
  • Xenophanes-Rhapsodie
  • Zenon-Gleichheit

Es könnte natürlich auch heißen:

  • Adorno-Pinsel
  • Bunge-Bibel
  • Camus-Schoner
  • Descartes-Soße
  • Epikur-Schatten
  • Feuerbach-Löscher
  • Galilei-Gondel
  • Heidegger-Salat
  • Jaspers-Marmelade
  • Kierkegaard-Bonbon
  • Locke-Öse
  • Marx-Pfeife
  • Nietzsche-Zwicker
  • Precht-Paket
  • Rousseau-Beuge
  • Sokrates-Schablone
  • Voltaire-Kabel
  • Wittgenstein-Wirrnis
  • Xenophanes-Papier
  • Zenon-Lampe

Das Schöne ist, die Philosophen sind vielseitig verwendbar. Wenn Leibniz für Keks und Kant für Holz stehen kann, kann Voltaire für Schalter oder Kabel stehen. Hört sich viel schöner an, als wenn man die aufkommende Robotergeneration heranziehen würde. Ein paar gebräuchliche Namen:

  • Deep-Blue-Überlauf?
  • Piz-Daint-Pfeife?
  • Tianhe-2-Bürste?
  • JuQUEEN-Haken?

Das ist doch alles nix.

Merke: Die Philosophen sind doch zu was nutze.

 

Wilfried Müller

(Dieser Artikel wurde am 5.10.16 publiziert und am 27.7.19 überarbeitet.)

Dieser Beitrag wurde unter Humor abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.