Fatwa gegen Benutzung von Autos durch Mullahs

Zur Erinnerung an eine denkwürdie Fatwa des iranischen Obermuftis wird dieser Artikel wiederbelebt – der alte Zausel hatte 2016 eine Fatwa gegen die Benützung von Fahrrädern durch Frauen erlassen. Er wurde zitiert mit „Das Radfahren zieht oft die Männer an und liefert die Gesellschaft der Verderbnis aus; auf diese Weise läuft es der Keuschheit der Frauen zuwider; es muss abgeschafft werden.“

Wow.

Aber den Damen kann geholfen werden. Deshalb erlassen wir hiermit eine Fatwa gegen die Benutzung von Autos durch Mullahs. „Das Autofahren zieht oft die Frauen an und liefert die Gesellschaft der Verderbnis aus; auf diese Weise läuft es der Keuschheit der Männer zuwider; es muss abgeschafft werden.“

Bittesehr, da hast Du den Salat, Ali Khameni.

Wie Du ihr, so wir Dir.

Autofahren ist ab sofort tabu.

Stattdessen darfst Du Dich aufs Eselreiten kaprizieren, es grüßen die lieben Donkeys, Burros und Jackasses (alle Bilder von pixabay, von oben: 1691628, NoMercy, katja mit dem 0,5-PS-Frontantriebler sowie ganz unten Felix_Broennimann).

Und für Esel statt Auto gibt’s sogar – im Gegensatz zum Bike-Verbot – einen vernünftigen Grund: Die Teilhabe an der modernen Technik sollte nämlich keine Selbstverständlichkeit sein. Redlicherweise sollten nur diejenigen darüber verfügen, die auch das zugehörige Geistesgebäude akzeptieren. Damit lösen sich viele Probleme des interkuturellen Umgangs.

  • Wer an der modernen Technik teilhaben möchte, möge seinen Geist für die Wissenschaft öffnen und sich die intellektuellen Grundlagen aneignen. Das Wissen eröffnet ihm neue Perspektiven auf seinen Glauben und sollte ihn von der Verdummung und der Verdammung der Wissenskultur erlösen.
  • Wer die Wissenschaft leugnet oder den Glauben über die Wissenschaft stellt, möge sich durch die passende Rückwärtsgewandtheit verwirklichen. Mangels gefährlicher Waffen wird er dann trachten, seine Ansichten durch Überzeugung zu vermitteln und nicht durch Gewalt.
  • Konsequenterweise mögen er bitte auf die Produkte der Wissenschaft in Form von moderner Technik verzichten, denn sie wurden von Ungläubigen ersonnen und gestaltet.
  • Stattdessen möge er sich bitte an die Hervorbringungen seiner eigenen Weltsicht halten. Also keine Atombomben, sondern Stinkbomben. Also Rauchzeichen und Trommelsignale anstelle von Handys. Und natürlich Eselreiten statt Autofahren.

Mit etwas Geschick lassen sich dann auch größere Transportprobleme lösen; unter Hochstaplern sollte das doch wohl keine Schwierigkeiten bereiten. Unsere Fatwa gegen autofahrende Mullahs ist daher rechtens und gilt vom heutigen Tag an.

Kapiert, Ali?

Am besten sagst Du Deinen Untermuftis gleich bescheid. Esel werdet Ihr wohl genug finden, wenn Ihr mal unter Euch nachschaut. Vielleicht bringt Euch das zur Besinnung, wenn Ihr Eure wissenschafts- und menschenfeindliche Haltung mal gegen Euch selbst ausprobiert.

Viele Grüße von

 

Wilfried Müller

A) Dieser satirische Text basiert auf der wiederholten Fatwa des Muftis

B) Nach einem wiki-Eintrag wäre der Mufti gegen Atomwaffen, und er wäre auch wissenschaftsfreundlich eingestellt (Fatwa against nuclear weapons, 2006). Aber der Eintrag ist offenkundig parteiisch; es steht auch nix von der Fahrrad-Fatwa drin.

C) Dies soll keinerlei Entschuldigung für US-amerikanische Übergriffe gegen den Iran darstellen (Iran-Konflikt: Donald Trump warnt iranische Führung vor Angriffen).

(Dieser Artikel wurde zuerst a 25.9.16 publiziert und am 28.7.19 ergänzt.)

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1 Response to Fatwa gegen Benutzung von Autos durch Mullahs

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Auch wenn der Artikel humoristisch geschrieben ist, stimmt der Inhalt des Artikels. Ich sehe das genauso, Wilfried.

    Gruß Wolfgang

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