Religion beweist: Es gibt ein Leben nach dem Hirntode

Milliarden Blindgläubige stehen dafür. Die Illusionsbranche schafft es immer noch, ihrem Geradeausdenken Stolperschwellen in den Weg zu legen, und die religiöse Hirnverödung gelingt unblutig und kaum schmerzhaft (Bild: NEUROtiker, Wikimedia Commons, †-Zeichen von ZmB). Sicherlich könnte der Verstand sich sträuben, ehe er ausgetrieben wird, aber die Leichtgläubigen und Schwerdenkenden (zu englisch dumbwittys tituliert) kriegen die Realitätsflucht gar zu überzeugend serviert.

Wenn es die Religion nicht gäbe, und nur ein einziger wäre religiös, dann würde man den Ärmsten wegen Paranoia behandeln. Aber wenn so viele dem Wahn verfallen und ihr Hirn opfern, dann ist die religiöse Markenetablierung gegeben, und die himmlischen Klabautermänner haben Konjunktur.

Um so mehr, als die Gottbesoffenen ihre Rundumverdummung als Erleuchtung empfinden. Die Religion gebärdert sich als Besatzungsmacht im logikfreien Raum, als eine Art Wunderkraft. Ihre Oberen sind quasi  Kraftfeldwebel, um es militärisch auszudrücken. Der Gläubige ist dann ein Gefeiter, denn er ist gefeit gegen rationale Gedanken. Das erlaubt es ihm, seinen scheckheftgepflegten Unverstand zu kultivieren, der beim regelmäßigen Kirchgang gewartet und abgenippelt wird. Dort setzt er sich der hypnotischen Kraft der alogischen Argumentation aus, und die Restvernunft findet keinen Ansatzpunkt mehr. Sie wird widerstandslos zugemüllt.

Der Glaube sagt, die Menschen sind göttergeschaffene Wesen. Dagegen sagt die Vernunft, die Götter sind menschengemachte Phantasiegestalten. Aber die Vernunft ist so unsexy wie der Atheismus, wenn’s drum geht, die Gefühle zu kneten und den Verstand zu misshandeln. In die Gegenrichtung wirken intellektuell tiefergelegte Verheißungen wie »Du bist nicht allein,« »Komm zu Gott, der liebt dich.« Sie machen die Religion sexy. So richtig schön pervers wird sie durch den ergänzenden Maso-Touch und den Sklaven-Appeal.

Man sieht das an den Relikten der Sklavenhaltung, die bei der Religionsausübung zum Vorschein kommen. Wer beim Beten auf den Knien zu einem „Herrn“ hinauf lobhudelt, der ist ein verkappter Sklave. Bei den Religionen ist nicht der Mensch das Maß der Dinge, sondern der Mensch wird der „göttlichen“ Willkür in Form von Dogmen, Tabus und Geboten unterworfen. Deshalb sind Religionen prinzipiell unmenschlich.

Glaubensgebote sind Denkverbote, da geht das Religiöse geradewegs in Phantasie über:

  • totale Anbetung ohne reale Substanz, Götter sind schließlich No Shows (Nie kommt eine realistische Antwort auf die Frage wo isser denn?),
  • wenn gezweifelt wird, „veredelt“ das die Sache,
  • wer die Zweifel zur falschen Seite hin überwindet, fühlt sich erleuchtet und auserkoren.

Götter sind höchst zweifelhafte Existenzen, und der Perversitätsindex in ihrem Umfeld ist hoch. Die Religion zeigt, was für krankhafte Wahnvorstellungen das Menschenhirn ausbrüten kann. Ein Allmächtiger, der sein Kind zu Missionszwecken totfoltern läßt? Und als Highlight der Perversion soll der angebliche Gottessohn wegen Gotteslästerung gekreuzigt worden sein? Kein Problem für die christliche Religion. Aber gruselig, weil der Mensch nichts zählt, wo die Gottesrechte die Menschenrechte dominieren. Und pervers, weil die schönsten Lüste dort als Sünden diffamiert werden. Die Besudelung mit eingebildeten Sünden macht vor der „Erbsünde“ nicht halt, und die Beichte ist das Vorbild aller Ausspähungsmaßnahmen der gesamten Big-Brotherschaft.

Religiöse Dogmen sind einfach nicht artgemäß.

Doch der Anspruch der religiösen Agendasetzer ist klar: Unterdrückung, Verdummung und den Leuten die Hölle heißmachen, damit sie sich in idiotischer Demut fügen. Religion ist Fortschreibung vorwissenschaftlicher Irrtümer mit der Kraft der Lüge.

Gemäß der religiösen Agenda prägt das Christentum unsere Kultur maßgeblich. Der Kulturgegensatz heißt aber nicht Christentum gegen Islam, denn das ist nur eine andere Form der Wahnvorstellung, es gäbe einen Gott. In Wirklichkeit verdanken wir unsere Kultur dem Humanismus und der Aufklärung. Unsere übergeordneten Werte wie Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit sind gegen das Christentum erkämpft worden. Was unsere Leitkultur ausmacht, ist also nicht religiös begründet, sondern säkular.

Das Christentum hat es aus niederen Motiven (Selbsterhalt) bewerkstelligt, der Welt ein Ethos der Vernunft vorzuenthalten. Nur die Menschenrechte konnten dagegen erkämpft werden, aber der Fortschritt in Wissenschaft und Technik ist immer noch von einem ethischen Vakuum umgeben.

Es gibt nur eine wissenschaftliche Wahrheit und beliebig viele religiöse Wahrheiten, die sich alle voneinander unterscheiden und somit nicht wahr sein können. Was für eine Überheblichkeit steckt dahinter, wenn die Religionen aus ihren archaischen Dogmen ethische Regeln für die Gegenwart ableiten wollen. Welche Ignoranz gegenüber den modernen Entwicklungen läßt sie im Vorgestrigen nach Lösungen suchen, statt ihren heiligen Büchern Updates zu verpassen und die Gegebenheiten der technisch-wissenschaftlichen Welt zu realisieren. Kein Wunder wenn die religiöse Bevormundung der ethischen Agenda das Ethosdefizit immer größer macht.

Natürlich hat die Wissenschaft das Ansehen der Religion beschädigt, aber die Religion hat es auch fertiggebracht, das Ansehen der Wissenschaft zu beschädigen. Deshalb hat sich kein wissenschaftskonformes Ethos durchgesetzt, das uns sagt, wie wir mit der modernen Technik umgehen müssen (siehe Das Ethosdefizit). Und das ist nicht nur unter Hirngeschädigten ein Riesenproblem, wie der folgende fiktive Dialog zeigt:

Unsere Kultur ist Halleluja-Bim-Bam.

Die Welt bedankt sich und sagt, wir haben schon Hamdulillah-Ying-Yang.

Mit welchem Recht sollen wir das verurteilen? Wir haben hier Wissenschaft und Technik gegen die Religion erkämpft, und dann den Gebrauch der Technik mit Menschenrechten sozialverträglich gemacht. Aber wir exportieren Technik und  Wissenschaft ohne den intellektuellen Überbau, ohne Menschenrechte, ohne Aufklärung, ohne Humanismus, und das rächt sich.

Die Fundamentalisten leugnen die Wissenschaft, wollen aber an deren Errungenschaften teilhaben. Das ist unredlich. Konsequenterweise sollten sie auf die moderne Technik verzichten und sich auf das beschränken, was ihr eigenes Weltverständnis hervorbringt. Standesgemäß sollten sie also nicht autofahren, sondern auf dem Esel reiten, und sie sollten ihre Finger von Handy und TV lassen und dafür Rauchzeichen und Trommelsignale senden. Das gilt für die fundamentalistischen Christen und Kreationisten ebenso wie für die fundamentalistischen Muslime, also für die gesamte Esel-Fraktion (siehe auch Fatwa gegen Benutzung von Autos durch Mullahs).

Und wer die Wissenschaft zwar akzeptiert, aber die Menschenrechte nicht, der sollte auch restriktiv behandelt werden. Aber diese Chance ist verpasst, und das Wissen ist verbreitet, während die Rechte und Ethos davon abgekoppelt sind. Für sich selber darf jeder so doof sein wie er mag, so die Rechtfertigung für die Religion – nur wenn es darauf hinausläuft, den Fortschritt in christlicher Verbrämung zu verkaufen, dann ist das definitiv zuviel. Immerhin war es das, was seit der Kolonialisierung der Welt passierte, man präsentierte den „Wilden“ die High Tec von damals (Schiffe, Kanonen) und dazu die Religion. Dabei hatte man diese Religion niederkämpfen müssen, um eben jene High Tec zu schaffen. Wenn die Wilden das gewusst hätten, wäre die Christianisierung wohl anders ausgegangen. Und die maßgeblichen Politiker halten Halleluja-Bim-Bam immer noch für die Wahrheit, mit der sie die Welt belästigen möchten.

Die Jugend glaubt zwar kaum noch ans Halleluja, da ist die Hirnsubstanz noch in Ordnung. Allerdings hat der Glaube ans Hamdullilah Konjunktur, speziell unter den Immigranten. Wer nicht voll integriert ist, der ist wenigstens voll indoktriniert. Das betrifft einen großen Teil der zukünftigen Generation – ansonsten wird die Religion zu einer Alterserscheinung. Aus dieser Sicht können die himmlischen Statthalter auf Erden unter Vergangenheitsbewältigung laufen.

Das wäre vielleicht auch schon abgewickelt, gäbe es nicht allzu viele mit der falschen Betonung. Gebet auf dem ersten e zu betonen, offenbart die wahre Kraft vom Gebet. Das führt auf die die ökonomische Komponente der Religion. »Religion ist wie Geld, man muss dran glauben, dann ist es was wert.« Umgekehrt geht es dummerweise auch:

Habgier, Ausschweifung und was sonst so zum christlichen Laster-Katalog gehört, gilt jetzt als ökonomische Tugend. Selbstsucht und Eigeninteresse werden demnach zur Triebfeder des allgemeinen Wohls, das walte die „unsichtbare Hand“ des Marktes (erfunden vom Adam Smith). Mit diesem Brimborium hat die Ökonomie von der Theologie den Rang einer Glaubenslehre übernommen. Pinke-Pinke-Abzock statt Halleluja-Bim-Bam.

Nun wird das Geld mit Geld verdient statt mit Arbeit. Im Dunstkreis des menschenverachtenden Halleluja-Bim-Bam konnte sich das menschenverachtende Pinke-Pinke-Abzock unbehelligt entwickeln. Das zeigt besser als vieles andere auf, wie schädlich das Vorbild Religion sich auswirkt. Das erklärt auch vieles: Das Primat der Politik über die Ökonomie ist das gleiche wie das Primat der Religion über die Wissenschaft – Wunschdenken. Wunschdenken überall, aber mit der Macht der gottgefälligen Illusion.

Überhaupt ist die Religion geprägt vom Wunschdenken, zumal mit jenem, es möge eine überirdische Gerechtigkeit geben. Die Bösen sollen bestraft werden, und die Guten, die Rechtgläubigen kommen bitteschön in den Himmel. Die himmlische Belohnung ist aber eine tückische Sache. Jenseitige Versprechen für diesseitige Leistungserbringung sind nicht nur unseriös, sondern auch gefährlich. Die Aussicht auf himmlische Belohnung motiviert ja nicht nur die Guten zu guten Taten, sondern auch die Selbstmordbomber zu ihrer Himmelfahrt mit Knalleffekt. Selbstmordbomber sind logisches Abfallprodukt der Offenbarungsreligionen. Das kommt von diesem perversen Weltuntergangswunsch, selber sterben zu wollen, bloß damit die Bösen in die Hölle kommen. Dazu der schöne Spruch They’re dying to get there. Das lässt sich auf zwei Weisen übersetzen, sie würden für ihr Leben gern dorthinkommen, oder sie müssen sterben, um dorthin zu kommen.

Man muss hoffen, dass die religiösen Hooligans diese Balla-balla-Effekte nicht noch weiter ausnutzen.

So, das musste den Gläubigen mal gesagt werden, auch wenn wir ihnen auf den Heiligen Geist gehen.

Selbstverständlich ist dies Elaborat eine Persiflage. Es geht hier nicht darum, die Gläubigen zu ärgern (höchstens ein ganz bisschen). Es geht auch nicht um Besserwisserei, sondern um das Wohl der Menschen, die der Religion dienen. Schade um die vielen guten Menschen, die sich für Vorgestriges hingeben. Zuviele Leute, die das Gute wollen, werden davon abgehalten zu regeln, was gebraucht wird; stattdessen sind sie damit beschäftigt, die Religion in ein Lügengespinst einzuspinnen, das sie gegen den Erkenntnisfortschritt immunisiert. Besser wär’s, wenn alle miteinander arbeiten und die Zukunft gedeihlich gestalten. Würden alle zusammenhalten, die das Gute gegen den Egoismus verteidigen, könnten sie die Menschheit weiter voranbringen, statt den Gierschlünden und Abzockern das Feld zu überlassen.

 

Wilfried Müller

(Diese Philippika wurde am 24.3.14 und am 25.3.16 publiziert und am 3.8.19 überarbeitet.)

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2 Responses to Religion beweist: Es gibt ein Leben nach dem Hirntode

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    ″Es gibt ein Leben nach dem Hirntode!″ na klar, mit Hirn kennt sich die Religion ja bestens aus, besser gesagt, mit Gehirnwäsche und Hirnmanipulation: Man versucht aus Nicht-Gläubigen, Gläubige zu machen. Auf dem Bild vermisse ich das Groß-Hirn, Wilfried, das ist aber wahrscheinlich das Hirn von den Gläubigen, die haben ja nur das kleine, sonst würden sie ja realer denken.

    Ich kann nicht verstehen, dass diese Menschen, die meiste Zeit mit beten verbringen, sei es auf einem Teppich oder auf den Knien, oder sonst wie. Sie kaufen Lebensmittel ein und beim Abendgebet bedanken sie sich bei Gott für Speis und Trank. In Indien und anderen Ländern gibts sogar einen Windgott, einen Sonnengott, einen Regengott usw. – auch Tiere haben einen Heiligen-Status: Affen, Elefanten, Ratten, Tiger usw. – der Mensch dagegen steht außen vor und wird sogar im Namen Gottes getötet.

    Die Medien decken Unwahrheiten und Lügen auf und berichten darüber, aber über die Nichtexistenz von Gott berichten sie nicht, dass trauen die sich nicht. Da sieht man, dass die Religion politisch und wirtschaftlich gewollt ist.

    Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Ach ja, da ist ja noch der Heilige Geist, was hat der den für eine Aufgabe? Wo lebt der denn?

    Selbst die NASA, Wissenschaftler und die Astrologen haben den ″Garten Eden″ noch nicht entdecken können – wo befinden sich all die verstorbenen Menschen mit dem ewigen Leben, wo sind sie?

    Gruß Wolfgang

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Nachtrag:

    Wenn ich mal davon ausgehe, dass Gläubige ernsthaft an Gott glauben und Gott dienen und auch seine Gebote befolgen, muss ich feststellen, dass sich deren Glaube an Gott widerspricht: Die 10 Gebote von Gott halten die meisten Gläubigen in der realen Welt nicht ein. Z. B. ″Du sollst nicht töten″ – sie töten, egal aus welchen Beweggründen, Ehestreit oder anderen Problemen. ″Du sollst nicht ehebrechen″ – sie lassen sich scheiden, weil sie eine/einen anderen kennengelernt haben. Alle anderen Gebote Gottes werden auch nicht befolgt – sie nennen sich aber Gläubige und glauben an Gott und beten. Was für Widersprüche! Das ist für mich nur Show. Sie glauben an Gott, halten sich aber nicht an seinen Geboten. Das ist hirnrissig. Wenn man schon an Gott glaubt, dann sollte man auch seine Gebote befolgen und danach leben.

    Gruß Wolfgang

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