Von Avatar zu Impersonator

Die neue Technik bringt Umwälzungen ungeahnten Ausmaßes. Zuweilen gelingt es, Spuren davon zu erhaschen und Echos davon zu erlauschen. Dieser unautorisiert wiedergegebene Dialog zwischen Avatar (virtuelle Person) und Impersonator (englisch für Double) bringt Hintergründiges zum Vorschein und Abgründiges ins Visier. Ob das wirklich ein authentisches Bild der AI-Realität abgibt (Artificial Intelligence)? Speziell aus dem Deutschen Bundestag, wo die Szene spielt?

 

Avatar :  Sie da, was fällt Ihnen ein, sich hier bitmäßig breitzumachen? Sie haben wohl Ihre Lochkarten falsch sortiert?

Impersonator:  Und Ihr Programm wurde wohl vom Affen eingetippt? Mit Händen und Füßen, wie?

A: Ich kann hier genauso rumfloppen wie jeder andere.

I: Sie haben ja nicht alle Bits im Register.

A: Sie mit ihrem permanenten Stack Overflow.

I: Sie Elektrogolem!

A: Sie Digitalzombie! Was machen Sie überhaupt hier?

I: Keinen Kurzschluss wie Sie. Ich bin berufen. Hab ’nen contract mit der SPD.

A: Und ich mit der CDU, also was wollen Sie?

I: Naja, wenigstens sind Sie keiner von den elektrifizierten Gartenzwergen, die für die CSU rummurxen. Ich hab hier zu tun.

A: Ich auch. Beruhigt mich, dass sie keine von den Bio-BytlerInnen sind, die von den Grünen ausgehalten werden.

I: Und auch kein Flip, Flop & Flyer von der AfD.

A: Logo. Nix Flipper, höchstens Flopper.

I: Naja, beim Floppen helfen wir doch alle. Wenn man’s mal überlegt …

A: … wie die sich aufregen, weil so viele Lobbyisten durch den Bundestag wandeln …

I: … zu den Lobbyisten kommen noch die Berater und die Anwälte …

A: … für alle ist hier ein kosiges Plätzchen.

I: Und wenn die Insassen vom Bundestag wüssten, was im Bundestagscomputer alles los ist …

A: … vor allem, wer da alles los ist.

I: Allotria, Party, High Life!

A: Ramba Zamba, wir sind da!

I: Bots, Scraper, Spammer, BND und NSA …

A: … und Avatare und Impersonatoren wie wir …

I: … die ganze Artificial Intelligence …

A: … alle geben sich hier ein Stelldichein.

I: Noch die letzte Elektronenmarmelade findet hier ihr Auskommen.

A: Der letzte Bitschrott ist dabei, Anwesende natürlich ausgenommen.

I: Ich krieg mich nicht ein vor Digitalkitzel. Wie das hier abgeht!

A: Ich glaub, mich knutscht mein Elektrosmog. Diese tolle Bundestagsatmosphäre.

I: Bundestagscomputeratmosphäre bitte, bleifrei und CO2-frei. Aber mit Schwurbelantrieb und Verstrubbelungshilfe.

A: Und hochgefahrenem Verdunkelungsmaximator im permanenten Volksverarschungsmodus.

I: Und angeschmissenem.Schwarzgeldgenerator.

A: Nicht zu vergessen den automatischen Schuldenaufbrezler mit Purzelprozessor und Vorzeichenwobbler.

I: Naja, bei der Billionenschleuder kommt’s aufs Vorzeichen nicht mehr an. Nur bei den Kleinbeträgen, die werden genau nachgerechnet.

A: Logo. Aber wer spricht von Millionen und anderen peanuts? Ich rede nur von Zahlen mit mehr als 10 Stellen.

I: Genau, 10 Stellen können die hier an den Fingern abzählen, aber wenn’s drüber rausgeht, müssen sie Schuhe und Strümpfe ausziehen.

A: Machen die aber nicht, sonst versagt das Deo.

I: Oder der Bilanzfälschungsmechanismus.

A: Stimmt, der ist schon ganz ausgeleiert, weil die EZB soviel damit rummacht.

I: Naja, die nehmen ihn auch in Betrieb, ohne vorher den Klarheitseliminator in Gang zu setzen.

A: Logo, die blicken nicht durch. Aber da könnte ich noch andere nennen.

I: Wissen Sie noch, wie wir die Merkelsätze ausgetauscht haben?

A: „Das geht gar nicht“ ersetzt durch „Wir schaffen das“? Ja, das war lustig.

I: Nachdem sie mal mit dem falschen rauskam, konnte sie nicht mehr zurück. Keiner konnte zurück.

A: Nur die CSU.

I: Die war ja immer zurück.

A: Wo die CSU vorprescht, geht es nach hinten los.

I: Und wo die Kanzlerin zurückrudert, geht’s immer nur nach unten.

A: Und die Kriegsministerin …

I: … die ist gefährlich.

A: Kriegslüstern.

I : Aber Moment, die haben sie doch weggelobt?

A: Nach Brüssel. Dabei hätte sie die Qualifikation zur Strickministerin gehabt.

I: Oder Häkelministerin.

A: Als Klöpplerin wär‘ sie auch nicht schlecht.

I: Spitze.

A: `Ne Spitzenklöpplerin. Was dreh’n wir denn bei der?

I: Wir könnten den Koordinatenknacker rausholen, damit kommen wir in Brüssel auch rein.

A: Den Koordinatenknacker, mit dem die EU-Subventionen überallhin umverteilt werden? Die Gießkanne?

I: Naja, wenn die Spitzenklöpplerin die Euro-Armee einführt, geht das auch nicht anders ab als bei der Bundeswehr.

A: Berater allüberall, die aussuchen, wo sie sich sonst noch einmischen können?

I: Wenn sich die Bundeswehr schon überall rumtreibt, dann tut das die EU-Armee erst recht. Das walte die Spitzenklöpplerin.

A: Logo, die Länder ein wenig mischen. Wie war das bei der Bundeswehr? Aus Syrien mach Sudan?

I: Im Prinzip richtig, aber im Sudan sind sie schon.

A: Surinam.

I: Wo ist denn das? Egal, die Bundeswehr wird’s schon finden. Das bringt mich drauf, ich muss gleich mal zur EZB rüberwutschen, ein bissel an der Billionenschleuder basteln.

A: Sie nehmen mich nicht auf die Schippe?

I: Nein, wir nehmen die Milliarden auf die Schippe, und dann zum Fenster raus damit.

A: Ach, ist der neue Euro-Turm deshalb so schief?

I: Ja, dann sieht man die krummen Euro-Bilanzen nicht so.

A: Logo. Bei der Fed ist das auch so. Da muss ich nämlich jetzt hinblitzen.

I: Wo die Geldschwemmen klemmen …

A: … da sind wir zuhause, nicht nur im Bundestagscomputer. Hat mich sehr gefreut, so unpersönlich mit Ihnen zu konferieren, von Avatar zu Impersonator.

I: Ganz meinerseits, Herr Kollege. Man tauscht sich zuwenig miteinander aus. Immer der Stress. Gute Reise.

A: Die Transatlantikkabel sind wieder überlastet, nix wie Spam.

I: Wirklich widerlich. Ich nehm immer den Satellit – was ich da an Handygesülze höre, meine Güte.

A: Tschüssi.

I: Eimerchen.

A: Eimerchen?

I: Naja, Eimerchen ist mehr als Schüsselchen, und Tschüsselchen ist weniger als Tschüß.

A: Logo.

 

Aufgezeichnet von Wilfried Müller

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(Dieser Artikel wurde am 6.12.15 publiziert und am 10.8.19 ergänzt.)

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