Die doppelte Abhängigkeit unserer Psychiatrie.

Zur ersten Abhängigkeit:

Leider ist die Selektion neuer potentieller Angestellter nach der Religionszugehörigkeit oder deren „Einstellung“ zu religiösen Fragen für kirchliche Arbeitgeber rechtens, wenn sie z. B. einen Psychiater einstellen. Die deutsche Verfassung spricht den Kirchen mit Verweis auf Artikel 137 III der Weimarer Reichsverfassung fataler Weise erhebliche Sonderkonditionen im Arbeitsrecht zu, formuliert im „kirchlichen Selbstbestimmungsrecht“: Religionsgemeinschaften dürfen von ihren Beschäftigten ein loyales Verhalten im Sinne ihres Dogma-schutzes verlangen, selbst dann, wenn es die individuelle Religionsfreiheit der Mitarbeiter einschränken sollte.

Auf diese Weise gelingt es den Amtskirchen, den freien Beruf eines Arztes in einen unfreien umzuwandeln. Selbstverständlich möchten die Amtskirchen nicht, dass jemand die Diagnose einer kirchenbedingten Erkrankung  stellt, müsste man die Kosten doch dann nach dem Verursacherprinzip selbst tragen. So konnte sich die Diagnose einer ecclesiogenen Neurose nicht durchsetzen. Ich habe nun den erneuten Versuch unternommen, mit der weniger kompliziert / unaussprechlichen  Diagnose eines „Sacco-Syndroms“ einen Neubeginn zu starten. Das Sacco-Syndrom ist erheblich weiter gefasst als die Vordiagnose des Gynäkologen (!) Schätzing. So schließt es Psychosen, Süchte, ADHS, Zwänge, Depressionen  und Autismus ein, die zu einem Großteil religionsbedingt sind.

Seit 2017 gilt eine neue, noch schärfere Loyalitätsrichtlinie für die 650 000 Angestellten in der EKD. So dürfen auch angestellte Ärzte nicht ohne weiteres vom Dogma abweichen, auch nicht außerhalb ihres Arbeitsplatzes. Sind sie z. B. in Kommissionen der Bundesärztekammer tätig, müssen sie fürchten, ihren  Job zu verlieren, wenn sie etwas gegen die Kirche äußern oder auch wagen, das Sacco-Syndrom als ICD-10 Diagnose Diagnose einführen wollen.  Ein Skandal……………

https://hpd.de/artikel/beide-kirchen-bewegen-sich-frage-des-kirchlichen-arbeitsrechts-nur-millimeterweise-14329……

Zur zweiten Abhängigkeit:

Doch nicht nur der Arbeitgeber, auch der persönliche Glaube lähmt meine Kollegen, und das leider auch in der Tiefenpsychologie. Religions-und damit „Gott“-kritik gilt ja als eine schwere Sünde. Jetzt ist aber auch die Frage Peter Schellenbaums in „Gottesbilder“, dtv,geklärt, warum die Tiefenpsychologie Bibel-Jesus bis heute „nur sehr vereinzelt“ zu  kritisieren vermag: Es ist eigene Gottangst, die Psychiater in den Wahn führt (s. u.).

Jesus wird als „Pazifist“ wahrgenommen, äußert  in etwa der Philosoph Michel Onfray in der Die Welt vom 28.3.2017, und zwar von jenen, die die Bibel nicht gelesen oder Textstellen „überlesen“ haben und sich á la carte ihre Religion zurechtbasteln.

Er lasse sich aber bei gründlichem Studium der Heiligen Schrift auch  als „Nazi“ wahrnehmen, so Onfray. Da Psychiater die Bibel wohl eher gründlich gelesen haben, ist ihre Angst vor dem „Nazi“ (Diktion Onfray) Jesus nur allzu verständlich. Psychiater sind daran, an ihrer Angst unschuldig. Sie brauchen jedoch im Interesse ihrer Patienten  jemanden wie Frank Sacco, der ihnen ihre völlig unbewussten Ängste erklärt und nimmt. In ihrem Bewusstsein mögen Therapeuten Jesus als Pazifisten sehen, in ihrem Unbewussten sieht es anders aus. Da ist Jesus ein sie bis zum sprachlichen Autismus erschreckender, mit ewiger Feuerfolter bedrohender  Despot. Der schrecklichste Despot, den diese Erde bisher kennt. Denn nach dem Vatikan betreibe er sie schon, die Folterhölle. Mit Feuerfolter wird dort gearbeitet, so Bischof N. Schneider.

Ich habe Schneider angezeigt. Denn Jesus ist definitiv nicht mehr unter den Lebenden, so die Staatsanwaltschaften Freiburg i. Br. und Hannover.  Die im Jahr 2000 heiliggesprochene Schwester Faustine war aber angeblich schon unten. Das wurde über Jahre geprüft und wird heute als Wahrheit Gläubigen so verkauft. Religion ist ein Geschäft.

Ein Geschäft mit der Angst.

 

 

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1 Response to Die doppelte Abhängigkeit unserer Psychiatrie.

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Es geht überall nur noch ums Geschäft – die Menschlichkeit bleibt dabei auf der Strecke!

    Gruß Wolfgang

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