Schnapsideen

Unsere Zeit zeichnet sich aus durch einen ungewöhnlichen Reichtum an Schnapsideen. Wo man hinschaut, überall findet man die ortstypischen Varianten der Schnapsidee vor (Bild: OpenClipartVectors, pixabay). Ungeahnte Steigerungsformen beschert uns z.B. das infernalische Triumvirat gescheit, gescheiter, gescheitert, eine Logik, der sich jetzt so vieles unterordnet. Schnapsideen halt, und es gibt sie in den abartigsten Abarten:

  • Als da wäre die griechische Ouzo-Idee vom Weitermachen wie gehabt. Sobald die Griechen sich von der nächsten feindlichen Schuldenübernahme erholt haben, sind sie steigerungsfähig zur Metaxa-Idee (12 Sterne).
  • Nebenan in der Türkei grassieren die Raki-Ideen des Möchtegern-Sultans Ernuwieda, der eigentlich gar nicht angetrunken sein dürfte oder zumindest nicht so tun sollte.
  • Obrigkeitspralle Politiker gibt’s aber auch woanders. Man schaue sich nur den amerikanischen Präsi Trump an. Den kann man unter Whiskey-Idee verbuchen.
  • Und die russischen Wodka-Ideen des noch obrigkeitspralleren russischen Präsis Putin lallen für sich selbst.

Doch warum so weit in die Ferne schweifen, wenn der hohe Promillegehalt praktisch zu unseren Füßen schwappt? Der nahe Osten – zu naher Osten, könnten viele meinen – kennt den Alkoholgenuss nur als illegale Bereicherung des religiösen Daseins. Erstaunlich ist deshalb der Promillegehalt der Politik von gewissen Elementen allda. „Obrigkeitsprall“ reicht nicht mehr, um das zu umschreiben. In Ermangelung stärkeren Stoffs verzichten wir deshalb und wenden uns von der dortigen Verschleierung ab. Aber nur, um uns einem Anti-Verschleierungszwang zuzuwenden:

Verbot der Verschleierung bei den Bilanzen von Staaten und Firmen! Wer das für eine Schnapsidee hält, ist eher informazioniert denn informiert.

Wir kommen zu Europas Mitte und stellen vollinformazioniert und unverschleiert fest: Angela Merkel gehört unzweifelhaft zu Deutschland! Hicks. Sie gehört bloß nicht in die CDU. Hupps.

Welche Partei die beste für diese asoziale Politikerin ist, bleibt aber erstmal dahingestellt. Seit die SPD zu den christlichen Werten konvertiert ist und asozial geworden ist, kennt sich sowieso kaum noch einer aus. Darauf können wir schnapsideenmäßig anstoßen, ein Prosit auf:

  • die französische Cognac-Idee von der Vergemeinschaftung aller Schulden,
  • die italienische Grappa-Idee mit ähnlichem Geschmack und ähnlicher Stoßrichtung,
  • die britische Gin-Idee, deshalb ganz aus der EU rauszugehen,
  • die holländische Genever-Idee, sich die Euro-Kosten durch Steuerdumping wieder reinzuholen,
  • die österreichische Obstler-Idee in derselben Richtung,
  • die Schweizer Pflümli-Idee, gar nicht erst die EU in Anspruch zu nehmen und sich dafür komplett als Steuerhinterziehungs-Staat zu profilieren.

Bleibt das heimische Bayern mit seinen Bärwurz-Ideen. Wie man hört, wird nun vom Maut-Poker auf Maut-Mau-mau umgeschalten, weil man da besser moglen kann (umgeschalten ist bayerisch). Gemogelt wird aber überall.

Besonders leistungsfähing sind dabei die Globalpatrioten. Was denen in ihrem vorauseilenden demokratischen Ungehorsam als nächstes in den Sinn kommen könnte, ist eine Super-Schnapsidee, die schon beim Denken Promille erzeugt:

Den Afro einführen!

Der Afro als afrikanisches Pendant zum Euro ist längst fällig. In Afrika gibt’s doch so schöne Pleitestaaten, denen könnten die Experten wunderbar helfen. Sie haben schließlich jahrelang geübt und beherrschen das Rettungs-Repertoire aus dem Effeff.

Wenn’s in Europa schiefgeht, klappt’s vielleicht in Afrika. Probieren geht über studieren. Am besten gleich die Afrika-Rettungs-Fazilität ARF einrichten mit x Billionen Afros drin.

Und wenn die x Billionen Afros nicht fließen wie gewünscht? Dann kommen x Millionen Afro-Flüchtlinge in die Euro-Problemzone. Dort können sie dann lernen, wie man Länder auf höchstem Niveau zugrunderichtet, und mit ihrer heimischen Kompetenz dran mitwirken.

 

Wilfried Müller

(Dieser Artikel wurde zuerst am 2.8.15 publiziert und am 24.8.19 überarbeitet.)

Mehr Humor

Dieser Beitrag wurde unter Humor abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to Schnapsideen

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Bei stundenlangen Diskussionen und Debatten reden sich die Politiker so besoffen und in einem Rausch, sodass sie gar kein Alkohol brauchen. Man sieht es hinterher an ihren Entscheidungen.

    Gruß Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.