Alle bewährten Traditionen entspringen der Bibel?!

Dieser Artikel stammt von Erwin Peterseil bei atheisten-info.at. Aus rechtlichen Gründen müssen die direkten Zitate in Deutschland mit eigenen Worten referiert werden. Dafür gibt’s hier ein Bild der scheinheiligen Schwarte von Tabble, pixabay. Hier also der Text von Erwin Peterseil zu „Alle bewährten Traditionen entspringen der Bibel“:

Darüber schrieb am 29.8.2019 auf idea.de (Nachrichtenagentur der Evangelischen Allianz) Thomas Schneider aus Breitenbrunn im Erzgebirge, Referent und Evangelist im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen.

Alle bewährten Traditionen haben ihren Ursprung demnach im christlichen Glauben und der Bibel. So eine Position wurde vom Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne (Berlin) vertreten. Er tat das vor mehr als 1.100 Besuchern bei einer Veranstaltung der Evangelisch-Lutherischen St.-Christophorus-Kirchgemeinde in Breitenbrunn (Erzgebirge).

Die Aussage war, Kunst, Bildung und Ethik wären ohne Gottes Wort überhaupt nicht zu begreifen. So wäre es u.a. unmöglich, den Komponisten Bach, den Künstler Chagall oder selbst den Kommunisten Brecht ohne Bibelkenntnisse zu verstehen. Deshalb gebe es für das ‚politisch tief gespaltene Deutschland‘ nur einen Rat: Gott und sein Wort sollten zurückgeholt werden in Politik und Gesellschaft, und auch in die Kirchen!

Laut Hahne hielt der sächsische Pietismus gegen den frommen Modernismus an der Gültigkeit der Heiligen Schrift fest, was er dankend anmerkte. Er rief seine Zuhörer dazu auf, sich durch nichts nehmen zu lassen, was sie 1989 unter Lebensgefahr erkämpft hätten.

Atheistische Anmerkung:

Das ist wahrlich lustig! Für die Kirchen ist sicherlich die immer noch vorhandene Tradition der Babytaufe was ganz Wichtiges: Man kriegt Mitglieder, die nie gefragt wurden, ob sie Mitglieder werden möchten! Dafür hat sich eine neue Tradition gebildet, der Kirchenaustritt der Zwangsbeigetretenen! In Österreich und Deutschland wird man zwar kirchlich beigetreten, aber austreten muss man weltlich-staatlich! Unter Protestanten ist der Kirchenaustritt besonders populär, seit 1990 sind in der BRD 5.645.933 protestantische Kirchenmitglieder ausgetreten und die Kirche hat durch Sterbeüberschuss weitere 2.635.468 Mitglieder verloren, in diesen 28 Jahren ist der Mitgliederbestand um 28,15 % zurückgegangen, das steht nicht in der Bibel, ist aber inzwischen Tradition!

Und Gottes Wort in der Kunst? Heutzutage ist die säkulare Welt auch in der Kunst längst Standard, die frühere Dominanz der Religion liegt doch schon ziemlich lange zurück und hatte ihre Ursache nicht in der Bibel, sondern in der gesellschaftlichen Dominanz der Kirchen! Je weiter die Welt aus dem Mittelalter fortentwickelt wurde, desto weniger hatte die Religion auch im Kunstbereich Bedeutung. In der Bildung bedurfte es der Überwindung der biblischen Glaubensinhalte, da war es schon ein schwerer Kampf, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, weil in der Bibel kreiste ja die Sonne um die Erde! Ein in Sachen Ethik? Dass der Bibelgott z.B. Homosexuelle hinrichten ließ oder am Sabbat Arbeitende gesteinigt wurden, was war das für eine Ethik? Eine die überwundenn werden musste! Und Bert Brecht als Bibelkenner? Er hat keine biblischen Schriften verkündet! Meinereiner ist auch ein Bibelkenner, weil ein Religionskritiker muss die Quellen kennen!

Und Gott in Politik und Gesellschaft zurückzuholen? Wer soll das machen? Das tut niemand! Und wenn’s die Kirche selber probiert, wird’s keinen Effekt haben! Und was hat das Ende der DDR von 1989 den Kirchen dort gebracht? In erster Linie Kirchenaustritte als dort die westdeutsche Kirchensteuer eingeführt wurde! Wie stark ist dieser „sächsische Pietismus“? Nu, das war eine Strömung im 17. Jahrhundert, man studierte in der Bibel das Gotteswort und führte ein heiliges Leben, im 19. Jahrhundert wurden daraus die Erweckungsbewegungen, heute spielt das keine wahrnehmbare Rolle mehr. Aber es gibt eben auch sehr gläubige Protestanten. Dass die DDR unter „Lebensgefahr“ abgeschafft wurde, ist eine Legende, das Ende der DDR hat keine Todesopfer erfordert…

Also kann man zusammenfassen, die Bibel bestimmt heute in unserem Leben kaum noch was, das bilden sich bloß Restbestände von Gläubigen ein…

 

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5 Responses to Alle bewährten Traditionen entspringen der Bibel?!

  1. Frank Sacco sagt:

    Die Bibel ist ein orientalisches Märchenbuch – und das seit der Aufklärung. Auch das Christentum ist vom Orient und gehört damit nicht zu Deutschland. Warum sollten wir Homosexuelle töten, nur weil der Christengott es so will? Wieso sollten Juden die Söhne des Teufels sein, wie man die Bibel über einen Jesu-mund sagen lässt.
    Ich habe das Verbot der Bibel gefordert. Sie ist nicht verfassungskonform.

  2. Wilfried Müller sagt:

    Naja, wenn man nur noch verfassungskonform schreiben darf, fehlt aber was.

  3. Klarsicht(ig) sagt:

    Die „Versuchung“ Abrahams und seine Bereitschaft, seinen Sohn Isaak als „Brandopfer“ für den „Bibeldämon“ zu grillen.

    Der biblische Protagonist „versuchte“ Abraham, indem ER von ihm verlangt haben soll, seinen einzigen Sohn, den er lieb hat, IHM als „Brandopfer“ zu grillen. 1 Brutaler und herzloser konnte SEIN Verlangen kaum sein. Das war wiederum eine wirklich abartig-phantasievolle Idee dieses „Bibelkonstruks“, SEINEN bibelimmanenten, exzessiven Hang zur Grausamkeit und SEINE Faszination für Blut zum Ausdruck zu bringen und auszuleben.

    Wie es sich aus den angeblich vom „Bibelprotagonisten“ „geoffenbarten“ und unter dem angeblichen Anhauch des „Heiligen Geistes“ vom Autor niedergeschriebenen Textpassagen ergibt 2, diente die „Versuchung“ dem „Bibeldämon“ dazu festzustellen, wie stark die Furcht vor IHM und der Glaube an IHN in Abraham wohl verwurzelt waren. „…denn der Herr, euer Gott, versucht euch, daß er erfahre, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebhabt.“ 3 Konnte ER etwa durch SEINE angeblich vorhandene Allwissenheit nicht das erfahren, was ER mittels einer „Versuchung“ wissen wollte ? Im übrigen behauptet Jakobus: „Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.“ 4 Von wem soll Abraham „tatsächlich“ versucht worden sein ?

    Psychologisch hätte die „Versuchung“ dazu dienen können auszuloten, wo die Grenze dessen erreicht ist, was einem Individuum an Grausamkeit zugemutet werden kann und von ihm gedankenlos akzeptiert wird, in welchem Umfang man bereit ist, menschliche Würde und Selbstachtung aufzugeben, in welchem Umfang Frustration und Autoritätshörigkeit vorliegt, in welchem Umfang die Sensibilität für ethisch-humanitäres Denken und Handeln gegeben und in welchem Ausmaß eine sklavisch-unterwürfige Gesinnung verankert ist.

    Man fragt sich, wieso das „Bibelkonstrukt“ eine „Versuchung“ Abrahams ins Spiel gebracht hat, um auf solche brutale Weise zu erfahren, wie es um dessen Furcht vor IHM und Glaube an IHN bestellt ist ? IHM müsste doch SEINE Allwissenheit zur Verfügung gestanden haben, um das zu erfahren, was ER erfahren wollte. Warum also handelte der „Bibeldämon“ so umständlich, da IHM doch das viel einfachere Mittel SEINER Allwissenheit zur Verfügung gestanden haben muss ?

    Für den „Bibeldämon“, die Amtskirchen und die devot-servilen „Glaubens-Infizierten galt und gilt Abraham sicher als vorbildliches Menschenexemplar, da seine Furcht vor dem „Bibeldämon“ extrem und der religiöse Glaube an IHN derart fanatisch in Abraham ausgeprägt gewesen sein müssen, dass er doch „tatsächlich“ sklavisch-unterwürfig und heilsegoistisch bereit war, seinen Sohn für den „Bibelwiderling“ zu ermorden und anschließend zu grillen: „ … und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete.“ 5 Von Liebe ist in diesem Kontext nicht die Rede.

    Gerade noch rechtzeitig, bevor Abraham seinen Sohn schlachten wollte, erhielt er angeblich aus dem Himmel von einer Hilfskraft des „Bibeldämons“ die Aufforderung: „Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun (erst !) weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.“ 6

    Nebenbei: Der „Bibeldämon“ konnte und kann sich wohl nicht immer auf SEIN Erinnerungsvermögen verlassen, denn ER schien vergessen zu haben, dass Isaak nicht der einzige Sohn Abrahams war. Isaak war Abrahams jüngster Sohn (Mutter Sara). 7 Sein älterer Sohn war Ismail (Mutter Hagar). 8 Allerdings liebte Abraham nur Isaak. 9

    Ein Mensch, welcher derart von einer Gottesfurcht geplagt wird und so religiös-fanatisch gläubig ist, dass sich in ihm die sklavisch-bedingungslose Bereitschaft einstellt, seinen Sohn zu ermorden und zu grillen, wenn er meint, dazu in sich die Aufforderung von „Gott“ vernommen zu haben, ist eine extreme Gefahr für die menschliche Gesellschaft, weil er dann auch dazu bereit sein könnte, bedenkenlos andere Menschen (einzeln oder als Kollektiv) ermorden und natürlich auch sich selbst umzubringen. In unserer Zeit hat es die menschliche Gesellschaft ja bereits real in vielen Fällen mit solchen abartigen Menschen zu tun (siehe z. B. „11. September 2001“ und andere Terrorakte und Selbstmordattentate) und in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder zu tun gehabt (siehe z. B. die 10 Bände der „Kriminalgeschichte des Christentums“ von K. H. Deschner).

    Dafür, dass Abraham bereit war, seinen Sohn zu ermorden und zu grillen, wurde er vom „Bibeldämon“ auch noch belohnt. ER erklärte ihm, weil er solches getan hat und seinen einzigen Sohn nicht verschonen wollte, segnet ER seinen Samen und will ihn mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; sein Same soll die Tore seiner Feinde besitzen. Durch seinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum, dass Abraham der Stimme Gottes gehorcht hat. 10

    In einem anderen deskriptiven Teil der Bibel kommt die Abartigkeit des „Bibeldämon“ in einem noch viel stärkerem Maße zum Ausdruck als es hier schon der Fall war. ER missbrauchte nämlich später Jehu als „Auftragskiller“.
      
    Jehu ermordete im „göttlichen Auftrag“ 70 Söhne Ahabs, dessen sonstige Verwandten sowie seine Priester, 42 Brüder Ahasjas und schließlich mit Hinterlist alle Propheten, Knechte und Priester des „Götzen Baal“ in Israel. 11 

    Die Geschichte wird hier deswegen erwähnt, weil der „Bibeldämon“ hier sogar einen Massenmörder (Jehu) in ähnlicher Art und Weise belohnt, wie ER Abraham angeblich belohnt haben soll.

    „JHWH“ lobte das Verhalten Jehus, den er als SEINEN „Auftragskiller“ missbraucht hatte. ER belohnte den Mörder mit dem Versprechen: „Und der Herr sprach zu Jehu: Darum daß du willig gewesen bist zu tun, was mir gefallen hat, und hast am Hause Ahab getan alles, was in meinem Herzen war, sollen dir auf dem Stuhl Israels sitzen deine Kinder ins vierte Glied.“ 12

    Es ist ein Skandal, in der Bibel noch eine solche Horrorgeschichten zu finden, wodurch ihnen ja weiterhin eine Leitbildfunktion zugemessen wird.

    Verweise:
    1) 1. Buch Mose [später B. M.], K. 22, V. 1 u. 2.
    2) 1. B. M., K. 22, V. 12, und Hebräer, K. 11, V. 17.
    3) 5. B. M., K.13, V. 4 (siehe auch 5. B. M., K. 8, V. 2)
    4) Jakobus, K. 1, V. 13 u. 14.
    5) 1. B. M., K. 22, V. 9 u. 10.
    6) 1. B. M., K. 22, V. 12.
    7) 1. B. M., K. 21, V. 2 u. 3.
    8) 1. B. M., K. 16, V. 15.
    9) 1. B. M., K. 22, V. 2.
    10) 1. B. M., K. 22, V. 16-18.
    11) 2. Buch von den Königen [künftig B. K.], K. 10, V. 1-7, 11-14, 18-28, 30, 1. B. K., K.
    21, V. 21 u. 22, 2. Buch der Chronik, K. 22, V. 8.
    12) 2. B. K., K. 10, V. 30, K. 15, V. 12.

    Bei dieser Kritikschrift orientierte ich mich an dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Text des „Alten Testamentes“. 

    In dieser Kritikschrift wird die biblische Geschichtsschreibung so aufgegriffen, als berichte sie über historisch verbürgte Fakten (Michael Depner). 

    Gruß von
    Klarsicht(ig)

  4. Wilfried Müller sagt:

    Klarsicht(ig): Es ist ein Skandal, in der Bibel noch eine solche Horrorgeschichten zu finden, wodurch ihnen ja weiterhin eine Leitbildfunktion zugemessen wird.

    Dem schließe ich mich an.

    • Klarsicht(ig) sagt:

      Aus der Horrorgeschichte um Isaak hat man ein (wahrscheinlich die Geschichte verniedlichendes) Musical mit dem Titel „Isaak- So sehr geliebt“ produziert, in dem 70 Teens auftreten.

      Auf das Musical hat man mich mit einem Flyer, den ich meinem Briefkasten fand, aufmerksam gemacht. Am 17. 10. 2019 soll es in der Aula der Schule aufgeführt werden, die sich ganz in der Nähe meines Wohnortes befindet. Veranstalter ist die Christliche Gemeinschaft ev.-luth.

      Mit dem Musical begibt man sich im Oktober 2019 mit 160 Auftritten auf Tournee. Ich behaupte, es werden 160 Auftritte sein, die dem Versuch dienen zu missionieren – mit Jugendlichen.

      Für die Produzenten und Mitwirkenden des Musicals hat die Horrorgeschichte um Isaak ganz offensichtlich eine Leitbildfunktion !

      Zitat: „Isaak. Drei Tage soll die Reise dauern. Für den kleinen Isaak ist es ein Abenteuer. Für seinen Vater Abraham ist es die schwerste Prüfung seines Lebens. Denn nur er weiß, dass seinem Sohn in Morija der Tod droht… Unterwegs lernt Isaak die Geschichte seiner Familie kennen. Er erfährt, warum er ein absolutes Wunschkind ist und staunt über den unsichtbaren, rätselhaften Gott Abrahams.

      Adonia bringt ein biblisches Familiendrama voller Liebe und Vertrauen auf Deutschlands Bühnen. Begeisternde Musicalsongs aus eigener Feder verleihen der jahrtausendealten Geschichte ein neues Gesicht. Ermutigend und herausfordernd. Mit ihrer Kreativität und Energie wird es den jungen Mitwirkenden auch dieses Jahr gelingen, das Publikum zu begeistern. In kürzester Zeit haben sie die 13 Songs, Theater und Choreographien im Musicalcamp einstudiert und sind nun auf einer viertägigen Konzerttournee.“

      Quelle mit Videos: https://www.adonia.de/konzerte/teens-chor-live-band_9

      Was bedeutet: Morija ?
      „Moriah:
      Aus dem Englischen übersetzt-Moriah, arabisch: ﻣﺮﻭﻩ, romanisiert: Marwa ist der Name, den das Buch Genesis einer Gebirgsregion gibt. In diesem Zusammenhang ist es der Ort des Opfers Isaaks. Wikipedia (Englisch)“

      Gruß von
      Klarsicht(ig)

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