Religion richtet schweren Schaden an

Wenn die Religion keine oder nur geringe Macht hat und die staatlichen Gesetze über den religiösen stehen, kann man über die Skurrilitäten der Religion mit einem Lächeln hinwegsehen. Allenfalls ist zuweilen ein Skandal zu beklagen, ein unzulässiger Reviermarkierungsversuch oder sonst ein Übergriff (Bild: geralt, pixabay).

Hat die Religion jedoch die Macht im Staat, gibt es keine gelegentlichen Skandale, sondern permanente. Dann werden die Skurrilitäten zur Schreckensherrschaft. Prinzipiell ist jede religiöse Kultur menschenverachtend, weil sie die Belange eines vermeintlichen Gottes über die der Menschen stellt (oder mehrere Götter und sonstige Idole oder Ideale). Wo solche Götter zum Maßstab der Gesetze werden, kommt etwas heraus wie bei uns das Mittelalter – die institutionalisierte Menschenverachtung.

Phantasie

Gott, Himmel, unsterbliche Seele, ewiges Leben usw. existieren aber nur in der Vorstellung der Gläubigen. Das sind Phantasieprodukte, nichts als religiöses Märchengut und vorwissenschaftliche Irrtümer. Das sind Konstrukte; in der Realwelt gibt es sowas nicht. In Wirklichkeit ist Religion das Ergebnis menschlicher Kreativität. Leute haben sich das ausgedacht, um andere Leute zu instrumentalisieren, denen man einreden kann, es gäbe einen „Gott“ und „göttliche“ Gesetze und dergleichen. Die „göttlichen“ Regeln sind ein menschengemachtes Diktat, das mit Höllenangst und Indoktrinierung unters Volk gebracht wird, eine undemokratische und intransparente Willkürausübung.

Wer trotzdem daran glauben mag, der möge Konsequenz üben und sich mit den Hervorbringungen der Religionskultur bescheiden. Es gibt keine christliche oder muslimische Technik, denn in dem Bereich funktioniert nur das, was auf der Wahrheit beruht, also auf der Wissenschaft. Technik gibt’s deshalb allein auf wissenschaftlicher Basis, und bei Religion kommt nur Alchimie raus. Den Religiösen frommt deshalb Eselreiten statt Autofahren, Trommelsignale statt Handy und Stinkbomben statt Atombomben.

Götterwirtschaft

Dass es nicht so eingerichtet ist, daran trägt die politische Führung der westlichen Welt schwere Schuld. Sie setzt der Götterwirtschaft nichts entgegen, solange das Etikett „christlich“ draufsteht. Muslimische und sonstige Ausprägungen der Religion sind ihr immer noch lieber als Vernunft und Atheismus. Damit leistet sie der Religion Vorschub, auf ethischem Gebiet eine Inbesitznahme der modernen Technikkultur durchzuführen. Und das, obwohl Technik und Wissenschaft gegen die Religion erkämpft wurden. Die modernen Errungenschaften wurden vom antiquierten christlichen Ethos vereinnahmt, weil die Religion es verstanden hat, das Aufkommen eines modernen Ethos‘ zu unterdrücken.

Zwar gibt es Menschenrechte, Arbeitsrechte und Umweltrechte, aber der technische Bereich ist immer noch vom ethischen Vakuum umgeben. Die modernen Möglichkeiten sind in den „heiligen“ Büchern nicht vorgesehen, und weil die Bücher sakrosankt sind, werden sie nicht upgedated. Die Folge sind Gesetzeslücken: Wo keine ethische Grundlage, da kein Gesetz. Das schafft Freiräume, die von den modernen Geschäftemachern erobert werden – zum Nachteil der Allgemeinheit.

Die ethische Vereinnahmung begann schon vor 500 Jahren, als die Konquistadoren die Kolonien eroberten. Die damaligen Hi-Tec-Produkte waren Schiffe und Kanonen. Der gesamte Aufbruch rund um die Welt inklusive der Technik musste gegen die (christliche) Religion erkämpft werden, aber in den eroberten Ländern wussten die Leute das nicht. Sie hielten Schiffe und Kanonen für die Gaben eines mächtigen Gottes, mächtiger als ihre eigenen Götter. U.a. deshalb konvertierten sie zum Christentum.

Täuschung

Die Täuschung, wir lebten in einer christlichen Kultur, hält sich bis heute aufrecht – zumal unter unserer christlichen Politiker-Elite. Das hat schwerwiegende Folgen. Der Technikexport erfolgt unter falschen Voraussetzungen. Wir haben es versäumt, unsere Technik und Wissenschaft von der Vereinnahmung durch die Religion abzukoppeln und mit einem zeitgemäßen Ethos zu verknüpfen. Wir exportieren Technik und Wissenschaft ohne passenden intellektuellen Überbau, ohne Menschenrechte, ohne Aufklärung, ohne Emanzipation, und das rächt sich.

Mit welchem Recht können wir in der Fremde sagen, wenn ihr unsere Technik wollt, lasst ab von euren Phantasievorstellungen der Gottesherrschaft, solange bei uns vergleichbare Phantasien subventioniert werden? Wie soll das Bewusstsein verbreitet werden, dass das Gotteszeugs nur menschengemachter Unfug ist, um die Armen zu instrumentalisieren, solange die Agendasetzer öffentlich beten?

Schaden

Dass diese starken Argumente außer Kraft gesetzt werden, ist Schuld der christlichen Kontaminierung. Denn wo die wabert und labert, da fehlt die moralische Grundlage, um gegen die islamische Kontaminierung anzugehen. Das beginnt bei unserer Bundesregierung und ist bei den amerikanischen Politikern nicht zuende. Überall wird die Religion öffentlich hofiert, statt sie ins stille Kämmerlein abzuschieben.

Es ist kaum zu ermessen, wieviel Schaden die mangelnde Aufklärung anrichtet, die dahinter steckt. Ein ganzes Weltsystem wird davon desavouiert. Würden die Politiker auf der Schiene der Vernunft agieren, hieße die offizielle Agenda, die Götter stören bloß. Religion ist menschengemacht, und wer Gotteswerk predigt, der verfolgt im Verborgenen seine eigene Sache.

Die Staatsraison sollte die Politiker zwingen, öffentlich auf die Linie der säkularen Vernunft einzuschwenken, statt den religiösen Wirrungen Vorschub zu leisten. Wenn man denen die hanebüchene Gottesmär unterjubeln kann, auf was fallen sie dann noch alles rein?

Das Missbrauchspotential hinter der Religion ist so groß, weil sie schließlich genau dafür geschaffen wurde. Heutzutage können wir uns diesen Unfug nicht mehr leisten.

 

Wilfried Müller

(Dieses Résumé aus verschiedenen ZmB-Artikeln zu Gott & Co. wurde am 25.10.14 und am 27.8.17 veröffentlicht und mehrfach überarbeitet.)

Götter-Links und speziell
Die Lügenkultur
Das Ethosdefizit
Emanzipation von der Religion

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8 Responses to Religion richtet schweren Schaden an

  1. Klarsicht(ig) sagt:

    Der Titel „Religion richtet schweren Schaden an“ vermittelt den Eindruck, dass sie zu den Handlungen in der Lage war, die bisher schweren Schaden angerichtet haben, was natürlich nicht richtig ist. Der wahre Sachverhalt ist selbstverständlich so beschaffen, dass die Religion völlig unschuldig ist, weil sie zu keinen Handlungen fähig ist. Der Schaden wurde selbstverständlich von Menschen angerichtet, deren Hirne mit dem Inhalt der sogenannten „christlichen oder islamischen Religion“ infiziert waren und sind. Ich denke, diese Tatsache sollte im Titel des Artikels zum Ausdruck kommen und nicht verschwiegen werden.

    Religion ist für Menschen, deren Hirne mit ihr infiziert sind, vorwiegend deswegen attraktiv, weil der Protagonist, den die „infizierten Hirne“ in der Religion agieren lassen, als allmächtig gilt. Nach den Vorstellungen der „infizierten Hirne“ müsste ihr „Held“ somit alle die Eigenschaften auf sich vereinigen, die dafür geeignet wären, um die in der „Glaubensideologie“ enthaltenen Versprechen und die von den „Glaubens-Infizierten“ individuell gehegten Wünsche aus deren jeweils vorhandenem, ichzentrierten „Wunschrepertoiere“ mit wechselnder Dringlichkeit zu erfüllen. Mit Macht ausgestattet zu sein, ist natürlicherweise für viele Menschen sehr attraktiv, wie es alltäglich in der irdischen Erfahrungswirklichkeit beobachtet werden kann.

    Die „Glaubens-Infizierten“ haben die nebulöse Vorstellung, dass ihr „Glaubensgegenstand“ irgendwo auf irgendeine Art und Weise schon immer existiert(e). Indem sie aber glaub(t)en, dass ER existiert, allmächtig und mit jeder nur denkbaren Eigenschaft ausgestattet ist, mach(t)en sie sich implizit ein Bild von IHM. Damit missachten sie aber ein Gebot ihres „Glaubensgegenstandes“. Denn ER mag es nicht, wenn der Mensch sich ein „Gottesbild“ macht.

    Würden „Glaubens-Infizierte“ sich doch bloß an das „Dekalog-Gebot“ halten, dann wären sie dadurch auch daran gehindert, uns ihren Quatsch über ihren „Glaubensgegenstand“ aufzutischen.

    Gruß von
    Klarsicht(ig)

    • Klarsicht(ig) sagt:

      Wenn man schreiben oder sagen würde,Waffen richte(te)n schweren Schaden an, so würde diese Behauptung streng logisch auch nicht richtig sein, denn auch sie können aus sich heraus nicht handeln. Allein durch ihre Produktion und ihren menschlichen Gebrauch wurde und wird schwerer Schaden angerichtet.

      Durch internationale Verträge können Staaten sich darauf verständigen, auf die Produktion von Waffen und / oder ihren Gebrauch zu verzichten oder sie sogar ganz oder teilweise zu vernichten. Innerhalb der Staaten kann man es z. B. einigen oder allen Bürgern durch Gesetz verbieten, Handfeuerwaffen zu besitzen und zu erwerben.

      Man stelle sich vor, man würde mit Religionen auf eine ähnliche Art und Weise umzugehen versuchen, wie es mit Waffen möglich ist, es zu tun, und wie es ja auch schon vielfach getan wurde, um dadurch die Möglichkeit aus der Welt zu schaffen, mit ihnen, den Religionen, in der Zukunft noch irgendwelchen Schaden anrichten zu können ? Es würde mit Sicherheit einen riesigen Aufstand der „Glaubens-Infizierten“ geben.

      Gruß von
      Klarsicht(ig)

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Da hast Du recht, Wilfried! Aber auch Sekten mit Ihren religiösen Machenschaften, haben damals erkannt, dass man mit Glauben viel Geld verdienen kann, und Macht über die Menschen ausüben kann. Der ganze Glaubens-Irrsinn ist Menschenunwürdig. In Indien ist fast alles heilig, nur der Mensch nicht.

    Gruß Wolfgang

  3. Wilfried Müller sagt:

    Das ist ein guter Spruch, Wolfgang!

    Bei Klarsicht(ig) kann ich nicht ganz zustimmen. Natürlich ist die Religion ein Konstrukt, das nicht selber aktiv werden kann, sondern nur durch die Menschen, die die Religion ausüben. Das gilt aber für Poltitik genauso, und trotzdem sagt man, die Politik richtet Schaden an (oder stiftet sogar mal Nutzen). Deshab kann der Titel m.E. so bleiben.

    Jetzt sehe ich, Klarsicht(ig) hat den Fall Waffen nachgeliefert. Der ist nochmal etwas anders, weil Waffen konkrete Dinge sind. Aber die Logik ist ähnlich. Der Umgang mit Dingen und Konstrukten ist allerdings notwendigerweise nicht ganz gleich, weil Dinge durch Teilen weniger (pro Nase) werden, Konstrukte sich aber durch Teilen vervielfältigen.

    Klarsicht(ig)s Begründung für Religion finde ich interessant. Mehr Aspekte dazu stehen in dem Schnuller-Artikel https://www.zum-muendigen-buerger.de/2019/06/25/gott-schnuller-fuer-erwachsene/

  4. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Religion und Waffen geht gar nicht. Eine Religion mit Waffen ist keine Religion und deren Gläubige sind keine Gläubigen.

    Gruß Wolfgang

    • Klarsicht(ig) sagt:

      Wie soll man diesen knappen Kommentar verstehen ? Als Kritik an irgendwelchen oben gemachten Ausführungen ? Ich kann mit den darin gemachten Behauptungen nichts anfangen.

      Gruß von
      Klarsicht(ig)

  5. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Das ist keine Kritik an Deiner Ausführung, Klarsichr(ig), die ist Ok. Ich wollte nur damit sagen, dass Waffen in einer Religion nichts zu suchen haben. Das ist mein Kommentar, der mit Deiner Ausführung nichts zu tun hat.

    Gruß Wolfgang

    • Johann Wolfgang Goethe sagt:

      Der Staat kann Waffen verbieten, was aber nicht fruchten würde. Waffen kann man übers Dark-Netz beziehen oder selber basteln, Anleitung findet man im Internet.

      Gruß Wolfgang

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