Sind Symptome Diagnosen? Nein.

Über die Unfähigkeit zur Diagnosestellung in der Psychiatrie

Von Frank Sacco

 

Unsere Fachärzte für die Psyche machen Symptome zu Diagnosen. Soziale Phobie ist keine Diagnose, sondern ein Symptom: man hat halt Kontaktängste. Die kommen bei vielen Erkrankungen vor. So ist „Depression“ nur ein Symptom. Es ist ein Niedergeschlagen-Sein. ADS, das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, ist ein Symptom.  Es ist ein Zappelig-Sein. Sucht ist ein Symptom. Es ist ein Süchtig – Sein. Autismus ist ein Zurückgezogen-Sein auf sich selbst.  Zwang ist ein Symptom. Etwas zwingt den Patienten zu irgendetwas. Pädophilie ist nur ein Symptom. Zu einer wirklichen Diagnose gehört also die Integration einer Ursache. Verdrängt man aber selbst als Arzt die Ursache einer Erkrankung, kann man keine Diagnose stellen bzw. eine ordentliche Psychiatrie betreiben. Fällt Psychiatern auf, dass mehrere „Krankheiten“ bei ein- und demselben Patienten auftreten (also z. B. ADS, Zwänge, soziale Phobie und Depression), sprechen sie fälschlich von „Komorbiditäten“. Dabei liegen nur zwei oder mehr Symptome bei einer einzigen Erkrankung vor.

 

Wie ist es bei der Schizophrenie, also einer Psychose?

Auch die Schizophrenie ist nur ein Symptom. Der Begriff beschreibt ja lediglich den Zustand einer Spaltung des Denkens in zwei oder mehr Denkarten.  Das Werkzeug des Psychotikers heißt Verdrängung. Freud lehrt: Durch Verdrängung  sind wir alle Psychotiker. Ohne Wahn ist ein „gesundes“ Leben nicht möglich. Die „schöne Welt“, eine schöne Schöpfung, ist Wahn. Der „liebe“ Gott ist ein Wunschgedanke, wenn wir die Bibel als sein Wort nehmen. Lieb ist er aber für alle „Gesunden“ besser auszuhalten denn als übler Täter der Sintflut und als Chef einer Hölle.

Schizophrene Patienten haben sich irgendwann einmal vor Unerträglichem „gerettet“, und meist vor diesem „Gott“. Sie verdrängen etwas – und das ist zunächst auch gut so. Die Alternative wäre zu oft der Suizid. Viele verdrängen die Grausamkeiten ihrer Religion und gehen in dieser Religion geradezu auf. Sie wird zu ihrem orthodoxen Gefängnis. Ihr Zimmer wird zur Kathedrale. Das Gros unserer Psychiatriepatienten ist vom Glauben krank gemacht und weist damit ein Sacco-Syndrom auf. Androhung von Folter ist nicht umsonst in der BRD  illegal.

Eine wirkliche Alternative wäre ein anderes Gottesbild: Ein Gott, der uns wirklich von Herzen liebt und uns alle liebt. Doch da weigern sich die Amtskirchen.  Da gehen sie über Leichen. Ihr Drohen mit jenseitigen Folterstrafen ist ihr „Geschäft“. Das  gibt Bischof Nikolaus Schneider in einem Spiegelinterview zu (43/2014). Es ist ein schmutziges Geschäft und es ist ein Wunder, dass es überhaupt Kinder geben soll, die dieses Geschäft  unbeschadet überstehen.

 

Eigene Gottangst und Angst um den Arbeitsplatz, der zumeist von den Amtskirchen gestellt wird, verursachen diese weit verbreitete autistoide Stummheit unserer Seelenärzte in Sachen Religion. Angst verursacht, dass man dort keine Diagnosen stellen will. Würden wir Internisten von Hustenkrankheit, Hautärzte von Juckkrankheit, Gynäkologen vom Dickerunterbauchsyndrom und Augenärzte vom Augenschmerzsyndrom sprechen, würde zu Recht die Approbation entzogen.

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3 Responses to Sind Symptome Diagnosen? Nein.

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Schreiben an Frau Behme:

    PROTEST!

    Frau Brehme,

    es ist beschämend, diskriminierend und menschenunwürdig, wie Sie mit Dr. Rolf Reitis aus Faßberg umgehen und ihn wegen seiner Kritik an der Kirche und seiner Anzeigen als schizophren erklären: Wenn Dr. Reitis feststellt, dass durch Religion Menschen seelisch krank geworden sind und falsch behandelt werden, ist es seine Pflicht als Arzt, diese Ärztefehler und Falschbehandlungen und deren Verantwortliche anzuzeigen. Dr. Rolf Reitis deshalb die Approbation zu entziehen ist absolut unangebracht. Aus meiner Sicht ist es nur eine Machtdemonstration gegenüber Dr. Rolf Reitis. Ich fordere einen Petitionsausschuss, um den Sachverhalt objektiv zu prüfen, und um eine diskriminierungsfreie Entscheidung zu treffen. Andernfalls muss ich mir Gedanken machen, ob wir nicht alle ein bisschen schizophren sind. Mit alle meine ich auch alle, Frau Behme!

  2. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Wenn jemand täglich Alkohol trinkt und nach Jahren Symptome wie: Zittern, Saufdruck, Schwitzen u. ä. bei sich feststellt, weiß er, das er ein Alkoholproblem hat: Da muss kein Arzt die Diagnose stellen, Sie sind Alkoholkrank. Heute denken doch viele Ärzte und Krankenhäuser nur noch ökonomisch, der Patient steht dabei nicht mehr im Vordergrund, es geht nur noch darum, soviel Kohle wie möglich aus den Patienten herauszuholen. Bei meiner Hausärztin ist es ähnlich, Symptome egal, Diagnose Fehlanzeige, zuerst das ganze Programm durchziehen wie: Darmspiegelung, Ultraschall, Röntgen u. v. m. – jedes Mal.

    Bei meinem Antrag auf Erwerbsminderungsrente das gleiche: Ich habe Polyarthrose, Thrombozytopenie (geringe Blutblättchen), deformierte Hände, Hüft- und Gelenkschmerzen usw.
    Die Gutachten von meinen Fachärzten werden ignoriert. Jetzt muss ich zum zweiten Mal zum Physiater, der weder orthopädische noch internistische Kenntnisse hat. Da werden wieder nur private Dinge abgefragt, mein Krankheitsbild ist für den Physiater dabei unwichtig.

    Unser Gesundheitssystem verschlechtert sich immer mehr und das Vertrauen in die Ärzte sinkt. Den Ärzten kann man ja eigentlich keine Schuld geben, weil sie einen ökonomischen Druck ausgesetzt sind. Aber wehe, einer denkt und handelt anders, so wie Du Frank, dann ist man schizophren.

    Gruß Wolfgang

  3. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Es muss Psychiater heißen. Sorry.

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