Übersetzungshilfe I

(Bild: JulianGough, pixabay, übersetzt – Achtung, nicht auf den Zaun leh….)

Übersetzungshilfe für religiöse und ideologische Sinnsprüche

Der davongelaufene deutsche Papst wollte die Bibel in alle Sprachen übersetzen. Wie wär’s zur Abwechslung mal in die Sprache der Wahrheit? Was fällt einem beim religiösen Sprachgut denn zuerst ein? Richtig, das Weihevolle, Abgehobene. Aber worin besteht der reale Gehalt, wenn man das Sakrale entstrubbelt? Was bleibt über, wenn man es in Klartext umsetzt?

Dieser Frage soll hier nachgegangen werden. Ohne Scheu vor divinen Größen bringt ZmB eine Gegenüberstellung von ausgewählten religiösen Sentenzen aus dem evangelischen und katholischen Zitatenschatz mit dem, was wirklich hinter dem Sakralen dahintersteckt. Das Ganze wird mit einigen Sprüchen aus dem profanen Bereich abgerundet – doch was heißt hier profan? Die Klimareligion hat auch ihre Heiligtümer, mitsamt der Exkommunikation für Häretiker.

Aber warum firmiert das unter Humor? Auch wenn’s oft nur lächerlich ist: besser schlecht gelacht als gut geärgert. Hier also die sakralen (Un-)Wahrheiten:

»Ich weiß, dass es Gott gibt.«
= ich kann wissen und glauben nicht auseinanderhalten.

Schöpfer
= logischer Irrtum, denn wer schuf den Schöpfer?

»Gottes Wege sind unerforschlich.«
= es herrscht Zufall, und wenn’s mal kommt wie gewünscht, vereinnahmen wir das für unseren Gott.

»In den Schriften werden nachprüfbare Tatsachen berichtet, denn sonst hätte das damals keiner geglaubt, und man hätte die Apostel ausgelacht.«
= wer sagt denn, dass niemand die Apostel ausgelacht hat? Damals wird’s auch Leute gegeben haben, die nur das glauben, was sie sehen (bzw. was der vernünftigen Überpüfung standhält – wie es wirklich ist, zeigt der nächste Spruch).

»Selig sind, die glauben ohne zu sehen.«
= sei dumm, glaube blind.

»Wir Menschen sind zu klein, um die göttliche Existenz wahrzunehmen – wir müssen das Fragen sein lassen und für die Gnade des Glaubens dankbar sein.«
= sei so dumm, blind zu glauben, und sei auch noch dankbar dafür.

»Es gibt Realitäten, die für unsere Begriffe zu groß sind.«
= glaube blind, nochmal anders.

»Gott ist jenseits des menschlichen Verstands.«
= glaube blind, schalte den Verstand aus.

»Es ist vernünftig, zu glauben.«
= wir wollen die Vernunft als Gegnerin des Glaubens entmachten und vereinnahmen.

»Jesus lebt!«
= wir hätten gern, dass es so sei, und weil’s nicht so ist, tun wir so als ob.

»Glaube und Vernunft sind wie zwei Flügel, mit denen sich der menschliche Geist zur Wahrheit erhebt.«
= wir wollen Vernunft und Wahrheit für uns umdefinieren und missbrauchen.

»Der Glaube ist der Schritt ins Ungewisse, ohne den würden wir nie erfahren, was zu fühlen wir in der Lage sind.«
= Dummheit tut nicht weh (das sagt prima aus, was von den »Glaubensgewissheiten« zu halten ist).

»höhere Wahrheit«
= Lüge

»Offenbarung«
= Gerücht

»Die Wissenschaft schließt die Gottesfrage aus, das ist ein unwissenschaftliches Vorgehen und eine Verkürzung des Radius‘ von Wissenschaft und Vernunft.«
= wir tun so, als ob da etwas dran wäre, was überprüfbar und nachweisbar ist (der nächste Spruch zeigt, wie es wirklich gemeint ist).

»Religion ist Hirnforschung ohne Abitur.«
= (dieser Spruch ist von der Gegenseite entlehnt.)

»Wer nichts weiß, muss alles glauben.«
= (auch ein Lehnwort.)

»Zefix«
= Himmiherrgottsakramentzefixmilecktsamarschscheißglumpverreckts

Nachdem wir nun bei den bayerischen ewigen Gewissheiten gelandet sind, ist das Profane nicht mehr weit. Hier kommt eine Sammlung von Übersetzungen, die bis in den Bereich des Gottes Mammon vordringen:

»Ich misstraue der Wissenschaft, weil die Wissenschaft allem misstraut.«
= Idiotenlogik

»Die Menschen sind mit Selberdenken überfordert. Religiöse Führung ist besser fürs Gemeinwohl.«
= das denken die Mullahs im Iran auch.

»eine größere Macht ist am Werke.«
= ja, die Macht der Dummheit.

Wissenschaft
= Wahrheitssuche

Religion
= Denkmalspflege

Klimareligion
= neuer Dogmatismus für junge und alte Jugendliche mit dem Gott Greta. Kinder haben aber keine Expertise. Sie können ja nix nachrechnen. Sie können nicht beurteilen, ob der Experte seriös ist, an den sie glauben. Sie können nur ihren blinden Glauben vermitteln. Viel Gefühlsmassage und Sensationsmache, wenig rationaler Umgang mit den Problemen.

Steueroase
= Schurkenstaat, wo sich Steuerhinterzieher mit Großverbrechern treffen.

»Deutschland profitiert vom Euro.«
= wenn sie so doof sind, dass sie das glauben, können wir ihnen alle Schulden Europas aufpacken.

»Deutschland profitiert von der Immigration.«
= wenn sie so doof sind, dass sie das glauben, können wir ihnen alle Schulden der Welt aufpacken.

»Ich diskutiere nicht mit Leuten, die menschenverachtende Begriffe wie „Flüchtlingsstrom“ oder „Pull-Effekt“ benutzen.«
=
Ich will blind und dumm sein.

Euro
= größte Umverteilungskiste seit dem Kommunismus, nur andersrum: die Arbeiterklasse beschenkt die Kapitalisten.

Vertragstreue
= altmodischer Wert, über den man sich heute lustig macht, haha!

Eigenverantwortung
= auch altmodisch und lächerlich, haha haha!

Versprechen
= schön dumm, wer drauf reinfällt, haha haha lol lol!

Wahlversprechen
= witzig, witzig, hahaha hahaha lol lol lol!

lol
= laugh out loud = laut herauslachen = hahaha hahaha!

 

Wilfried Müller

(Dieser Artikel erschien zuerst am 25.8.13 und zuletzt am 31.8.18 als Übersetzungshilfe I+II, er wurde am 29.8.18 und am 23.9.19 überarbeitet.)

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1 Response to Übersetzungshilfe I

  1. Johann Wolfgang Goethe sagt:

    Gefällt mir, WIlfried: besonders “Religion ist Hirnforschung ohne Abitur“ und “wer nichts weiß, muss alles glauben.“
    Zudem heißt es ja auch: Glauben heißt nicht Wissen.

    Gruß Wolfgang

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