Die doppelte Religion der Frau Merkel

(Quelle: Wikimedia, erweitert)

Frau Merkels Aufrufe zur grenzen- und bedingungslosen Einwanderung ab Januar 2015 wirkte auf viele Bürger in Deutschland und Europa als Größenwahn oder Allmachts-Phantasie der damals sog. mächtigsten Frau der Welt, aber auch als bedrohlicher Beginn der Liquidation der Nation Deutschland durch die eigene Regierung. Wer aber in der DDR gelebt oder/und die Verhältnisse dort gekannt hat, der weiß, dass Frau Merkel aus einer Kultur doppelter Religiosität stammt: Einem christlichen Elternhaus und einem kommunistischen Staat. Letzteres nicht nur als Mitläufer, sondern als langjährige Sekretärin der kommunistischen Organisation FDJ für Agitation und Propaganda. Beim Ende der DDR war Frau Merkel bereits 35 und damit weit über das Alter von 25 hinaus, in dem Menschen charakterlich und weltanschaulich geprägt werden.

Seit 2015 ist ihre Macht geschrumpft und ihre Prominenz verblasst. Das Problem der doppelten Religion ist aber in der BRD nach wie vor virulent, weil eine Art Neokommunismus zunehmend Einfluss gewinnt, ohne sich so zu nennen, und auch der Einfluss der Kirchen infolge der wachsenden Religionskonflikte mit den muslimischen Organisationen. Diese bekommen bei uns infolge des massenhaften Zuwanderung von Muslimen mehr und mehr Bedeutung.

Warum doppelte Religion? Nicht nur das Christentum ist eine Religion, sondern auch der Kommunismus. Christliche und kommunistische Religionen haben aber vieles gemeinsam. Darum konnten sich viele Pfarrer in der DDR auch recht gut mit dem kommunistischen Regime arrangieren. Einige Beispiele für die Gemeinsamkeiten:

  • Statt der göttlichen Dreieinigkeit schwebte die Viereinigkeit über der kommunistischen Gesellschaft: Marx-Engels-Lenin-Stalin.
  • Wie im Christentum wurde dem Fußvolk der Glaube an die Dogmen als das Allerwichtigste verordnet.
  • Statt des Gottesgnadentums der christlichen Herrscher wurde in der DDR der Kommunismus als das endgültige Ergebnis der naturgesetzlichen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft verkündet.
  • Statt der Erlösung (für Auserwählte) beim Jüngsten Gericht wurde im Sozialismus der Kommunismus als das endgültige Ergebnis der naturgesetzlichen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft verkündet.
  • Es gibt im Kommunismus kaum persönliches Eigentum und kein privates Unternehmertum. Die eigene Initiative und Verantwortung im Sinne der Subsidiarität spielte keine Rolle. Auch im Christentum wird dem einfachen Volk gepredigt, dass der Mensch “allein durch den Glauben … gerechtfertigt wird, nicht durch gute Werke“ (Luther). Zur Ruhigstellung des Fußvolks dienen gleichzeitig theoretische Relativierungen der Art: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“.
  • Eine zentrale Planwirtschaft (statt Pluralismus) ist integraler Bestandteil beider Religionen, entweder als Diktatur der Arbeiterklasse, zentral für den ganzen Ostblock, oder als dogmatisches, international weisungsbefugtes Papsttum.
  • Andersgläubige werden fanatisch bekämpft, solange die Machtsituation es erlaubt, weil man ja ganz allein im Besitz der weltanschaulichen Wahrheit ist.
  • Von beiden Religionen wird die Gleichheit aller Menschen propagiert, allerdings nur in der Theorie, denn in der Praxis gab es entweder die Diktatur der kirchlichen oder kirchlich sanktionierten weltlichen Herrscher bzw. die der Nomenklatura der kommunistischen Parteien.
  • Beide Religionen wollen „die Welt retten“, die Kirchen im Auftrag ihres religions-spezifischen Gottes und die Sozialromantiker in der Tradition des Kommunismus oder als Ersatz für den aus der Geschichte gewohnten weltweiten religiösen Auftrag.

Die beiden Religionen haben auch Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die Migration:

  • Die kommunistische Internationale hatte Vorrang vor nationaler Identitäten nach dem Motto „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Sie steht anscheinend auch Pate bei den anhaltenden Bemühungen von Frau Merkel zusammen mit den rot-grünen Sozialromantikern, alle Grenzen im Sinne der Globalisierung zu schleifen nach dem Motto: „Migranten aller Länder, vereinigt euch!“
  • Sozialromantiker und Kirchen verbünden sich bei der Förderung der Migration, indem sie positive Gefühle wie Nächstenliebe und Altruismus zur Begründung dafür missbrauchen. Die Gültigkeit dieser Gefühle erfordert aber gegenseitiges Vertrauen und kann nicht von Kleingruppen, wo sie hingehören, auf weltweite Menschenmassen ausgedehnt werden.
  • Sozialromantiker und Kirchen tun gute Werke bevorzugt zu Lasten der Allgemeinheit und ohne ausreichend an die Folgen zu denken.

Vor diesem Hintergrund wird die extreme Haltung von Frau Merkel bei der Förderung der Migrantenflut und des Migrationspakts verständlich: Es liegt eine doppelte, weitgehend gleichartige religiöse Prägung vor.

Diese wurde möglicherweise bei Frau Merkel noch untergründig verstärkt durch die DDR-spezifische Sorge vor der Entvölkerung wegen der jahrzehntelangen Flucht von ca. 4 Mio. (von ca. 17 Mio.) DDR-Bürgern in den Westen. Eine sehr kontrollierte, an ihre Arbeitsplätze gebundene Migration von Ausländern mit befristeten Arbeitsverhältnissen in die DDR gab es aber auch; sie stieg von 14 000 in 1967 kontinuierlich bis auf 93 500 in 1989 an.

Es kommt hinzu, dass die Migranten-Ideologie populistisch ist. Eine populistische Aussage ist dadurch gekennzeichnet, dass sie demagogisch ist, also auf die Wirkung im Volk und in den Medien optimiert. Sie hält aber einer genaueren Analyse nicht stand und ist meist einseitig begründet. Populismus ist deshalb, wie die Erfahrung immer wieder zeigt, nicht nur auf die Kritiker der Regierenden beschränkt, Populismus gibt es – wie im Fall der Migranten – auch und vor allem von Staats wegen. Der Migranten-Populismus bedient einerseits die vielen Gutmenschen des Christentums mit der einseitigen Assoziation von Nächstenliebe, andererseits die Sozialromantiker aus dem Umfeld der SPD, der Grünen und – wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit – der Linken und deren Wähler mit ihren einseitig sozialistischen bis neokommunistischen Ideologien. Aber auch die – dank Merkel – weit nach links gerückte CDU und viele ihrer Wähler.

Warum ist der Populismus so attraktiv? Er bedient diffuse Sehnsüchte des Volkes, wie z.B.: Alle Freiheiten haben, aber keine Verpflichtung; nicht arbeiten müssen, trotzdem alle Ansprüche erfüllt bekommen; absolute Gerechtigkeit durch irgendwen da oben; die ewige Seligkeit in Aussicht, ganz gleich ob sie Himmel oder – wie in der DDR – kommunistische Gesellschaftsordnung genannt wird. Im Fall der Migranten bedient er aber auch den Missbrauch von positiven Gefühlen wie Nächstenliebe und Altruismus (siehe oben) für hunderte von Millionen potentieller Migranten weltweit.

Die Zeiten, als das Christentum fortschrittlich und attraktiv war, weil es verkündete, dass alle Menschen gleich seien (in den Zeiten der Sklaverei, der Leibeigenschaft, der absoluten Herrscher und des Geburtsadels), sind lange vorbei. Die Gleichheit wurde aber nicht mal in der Kirche selbst umgesetzt (vgl. Kirchenfürsten usw.). Inzwischen hat sich die Situation der Gesellschaft teilweise  ins Gegenteil verwandelt, wie man beispielsweise hier nachlesen kann: „Sozialismus gilt jetzt nicht mehr fürs Volk, sondern für die Kapitalisten – für die neue Nomenklatura. Der wird das Paradies auf Erden bereitet, ein Wohlfahrtssystem für Privilegierte. So sieht das neue Arbeiter- und Bauernparadies aus.“

Nochmal zurück zum Ausgangspunkt: Ist Merkels Aufforderung an die Asylanten zur unbegrenzten und unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland (von der natürlich nach der Einbürgerung wegen der EU-internen Freizügigkeit auch die übrigen Staaten der EU betroffen sind) nur aus ihrer doppelt religiösen Vergangenheit heraus zu verstehen, oder steckt mehr dahinter? Man kann sich dazu diverse Szenarios vorstellen:

Die schon angesprochene Schwächung der EU und ihrer Staaten, verbunden mit zunehmender Destabilisierung als Folge wachsender Uneinigkeit, liefert beispielsweise unlautere Argumente* für einen europäischen, zentral administrierten, inhomogenen Vielvölkerstaat a la UdSSR, und/oder macht die BRD und die EU international zum Spielball von global operierenden Konzernen, der globalen Finanzspekulation und großen Staaten wie der USA und China.

 ___________

*) Finanzminister Schäuble erklärte in einem Interview mit der FAZ im März 2017: „Vielleicht muss erst die Krise in Europa noch größer werden, um das Notwendige (?) zustande zu bringen,“ dafür „… scheint eine weitere Zuspitzung der Probleme (Anm. in der EU) hilfreich“.

 

Mehr zur Wirkung von Religionen und anderen Ideologien auf die Gesellschaft finden Sie in meinem Buch: Gesellschaft ohne Ideologie – eine Utopie? Was die Naturwissenschaft von heute zur Gesellschaftsordnung von morgen beitragen kann; tredition 2019

 

Dieser Beitrag wurde unter Weltanschauungen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Responses to Die doppelte Religion der Frau Merkel

  1. Günter Dedie sagt:

    Einen aktuellen, sehr lesenswerten Kommentar zum Thema Welt retten findet man hier

  2. CumiPomEss sagt:

    Halb zog es sie, halb sank sie hin, in ihre gelernten Strukturen, in ihre Sozialisation und mit ihr die CDU nach Mitte-Links.
    Der Unterstützung des RotGrünen Milieus auf diesem Weg kann sie sich sicher sein. Die konservativen Kräfte der CDU sind zu schwach um ein Gegengewicht zu bilden. Ein konservatives Gegengewicht, dass die neue Partei bilden könnte, wird mit allen Mitteln vom medialen Mainstream, der in seiner Ausrichtung Mitte-Links ist, aufs äußerste bekämpft. Der mediale Mainstream spiegelt hier Alfred Hugenberg wider, diesmal für die andere Seite.
    Der Klimawandel dient als äußerer Feind, um im innern die Parteien hinter einer Politik sozialistischer Ziele, möglicherweise einen Öko-Totalitarismus, zu vereinen, um das Land alternativlos in eine Grundversorgung mit gesteuerter Freizügigkeit führen zu können.
    So, im groben Strickmuster, die von mir empfundene gegenwärtige politische Realität.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.